Benefizkonzert von Brillenschmiede, Juwelier Laufer und Wein Galerie

Von ruhig bist fetzig: Live Help 9 im Buchcafé

Die „Free Electric Band“ aus Offenbach rockte mit Musik aus den 70er-Jahren die Bühne im Buchcafé. 
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Die „Free Electric Band“ aus Offenbach rockte mit Musik aus den 70er-Jahren die Bühne im Buchcafé. 

Es fing ruhig an und ging mit lautem Applaus zu Ende: Das neunte Benefizkonzert Live Help. Auf der Bühne standen „Depeche Mode Acoustic Experience“ und die „Free Electric Band“.

Das Live Help Nummer 9 am Samstagabend im Buchcafé fing recht ruhig an. Die erste Band „Depeche Mode Acoustic Experience“ aus Gießen kam zu Beginn mit „Policy Of Truth“ eher entspannt rüber – unplugged eben. Aber dafür umso authentischer mit der Stimme von Torsten Hartmann und den zwei Gitarren von Christoph Barth und Günter Kaufmann.

Die schwere Melancholie wurde durch moderne Gitarrenriffs entzaubert und vom Schleim befreit, was dem heutigen Zeitgeschmack entspricht und das Publikum sofort mitnahm. Es tut gut, den überladenen Sound einfach mal auf das Wesentliche zu reduzieren und dafür Spielfreude zur Geltung kommen zu lassen.

Moderne Depeche-Mode-Zeiten nah an Original

Geschickt eingebaut wurden auch das Melodikaspiel von Torsten Hartmann und das Glockenspiel von Günter Kaufmann. Und mit ihrer Bühnenpräsenz ließen die drei die alten und modernen Depeche-Mode-Zeiten trotzdem wie ganz dicht am Original, nur eben eigenwillig auferstehen.

Nach der Ruhe kam der Sturm in Form der „Free Electric Band“ aus Offenbach, die man sich auch sehr gut als Band auf der Lolls-Bühne vorstellen könnte, so mitreißend kamen die sechs Männer rüber. Sie hatten ausschließlich die Musik von Rockbands aus den 70ern im Gepäck. 

Von Albert Hammond bis Led Zeppelin ließen sie einen Kracher nach dem anderen los. Und das entscheidende war ihre Schnörkellosigkeit, mit der sie fast direkt das Original trafen.

Von Status Quo bis The Who 

Nach Status Quos Intro „What Ever You Like“ ging es weiter mit Bob Segers „Old Time Rock And Roll“ und mit Bachman Turner Overdrives „You ain‘t seen nothing yet“. Es folgten die Steve Miller Band, Uriah Heep „Locomotive Breath“ von Yethro Tull sowie The Who – Pause.

Nach Verschnaufen und Abkühlen stand das zweite Set an. Der Tontechniker Achim Schnall (Rodgau Monotones, BAP), der aber auch ein genialer Gitarrist ist, hatte die Idee, einfach nur Titel aus der Zeit von 1970 bis 1979 zu spielen.

Mit Frontmann Gero Steigerwald, Gitarrist Rolf Bussalb, Bassist und Sänger Tobi Meuer, Fred Bauer (New Deal) an den Tasten und dem Rodgau Monotones Schlagzeuger Mob Böttcher formte er eine Band, die diese Zeit mit viel handgemachtem Spaß erklingen ließ – locker und ganz ohne Plateauschuhe, Schlaghosen und riesengroße Hemdkragen. 

"Neandertal Man" hauen richtig rein 

Also hauten die „Neandertal Man“ richtig rein und spielten Songs von C.C.R., Hot Chocolate, T. Rex, Smokie sowie „Kashmir“ von Led Zeppelin, Ram Jams Zungenbrecher „Black Betty“ und „Radar Love“ von Golden Earring. Was für eine Party, alles tanzte, klatschte und sang mit. Selbst die dreiteilige Manfred-Man-Medley-Zugabe war ein Genuss – Schluss.

Die Veranstalter von Brillenschmiede, Juwelier Laufer, Wein Galerie, Agentur ultraviolett, Hersfelder Zeitung, Apotheke am Bahnhof, Zahnarzt Sebastian Wagner, Reisebüro Solatour und Firma Pintech hatten bei der Musikauswahl eine glückliche Hand bewiesen und hoffen nun, dass die Spenden der Besucher – bestimmt für die Bahnhofsmission – recht hoch ausgefallen sein mögen.

Von Steffen Sennewald

Tolle Stimmung beim 9. Live Help im Buchcafé

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