Neubau in Bad Hersfeld

Libri: Millionen für neues Druckzentrum

Auf der markierten Fläche soll das neue Druckzentrum von Libri entstehen

Bad Hersfeld. Der Buchgroßhändler Libri und sein Schwesterunternehmen Books on Demand bauen in Bad Hersfeld ein neues Druckzentrum.

Die Investitionssumme liegt nach Unternehmensangaben im „mittleren zweistelligen Millionenbereich“.

Die Bauarbeiten für das sogenannte Print-on-Demand-Zentrum, eine mehrgeschossige 10 000 Quadratmeter große Halle, in der Bücher erst auf Anfrage gedruckt werden, sollen Anfang 2019 beginnen. In Betrieb geht die Druckerei, die direkt neben dem bestehenden Libri-Standort am Fuße des Johannesbergs entsteht, dann nach und nach ab 2020.

Jörg Paul, Logistikleiter bei Libri in Bad Hersfeld, sagt über die Baupläne: „Gerade auch mit Blick auf die Standortentwicklung wird diese Nachricht bei der Belegschaft mit großer Freude aufgenommen.“ Laut Libri-Sprecher Jürgen Naskret sollen in dem neuen Druckzentrum voraussichtlich 100 Mitarbeiter beschäftigt werden.

Die Firma Books on Demand (Bücher auf Bestellung) sitzt derzeit noch in Norderstedt bei Hamburg. Im Zuge des Neubaus wird die Produktion komplett nach Bad Hersfeld verlagert, die Logistik wird in die Libri-Abläufe integriert. Lediglich die Verwaltung bleibt in Schleswig-Holstein. „Die Stellen von Mitarbeitern, die nicht nach Bad Hersfeld wechseln wollen, müssen natürlich neu besetzt werden“, so Libri-Sprecher Naskret. Genaue Zahlen könne er aber noch nicht nennen.

Wesentlich konkreter sind die Vorstellungen, inwieweit sich die neue Druckerei auf das Sortiment auswirken soll: „Im Ergebnis sind mit dem neuen Druckzentrum ab Start über fünf Millionen deutsche und internationale Buchtitel dauerhaft verfügbar und über Nacht lieferbar“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Libri und Books on Demand. Beide Unternehmen sprechen von einem „einzigartigen Angebot im europäischen Buchmarkt.“

Hintergrund

Bücher drucken ohne Mindestauflage

Seit Mitte der 1990er Jahre gibt es das sogenannte Print-on-Demand-Publikationsverfahren. Das heißt: Bücher werden nur noch gedruckt, wenn sie auch wirklich gebraucht werden. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem klassischen Druckverfahren besteht darin, dass es de facto keine Mindestauflagen gibt, weniger Lagerfläche benötigt wird, somit die Lagerkosten geringer sind und dass Autoren so relativ kostengünstig ihre Bücher veröffentlichen können. Auch Verlage setzen in Zeiten unsicherer Absatzmärkte und Auflagenrückgänge immer öfter auf dieses Druckverfahren. Die 2001 gegründete Firma Book on Demand, die mit Libri jetzt ein Druckzentrum in Bad Hersfeld bauen will, ist nach eigenen Angaben „Partner für über 40 000 Autoren und mehr als 2500 Verlage“ und hat bereits 28 Millionen Bücher gedruckt . (ses)

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