ZWISCHEN DEN ZEILEN

Leidenschaft, Erinnerungen und Liebe

Um den Klinikstreit, das alternative Lullusfest, Erinnerungen an die Philippsthaler Disco und eine Love-Story geht es in der Kolumne von HZ-Redaktionsleiter Kai A. Struthoff.

Der Streit um die Zukunft der Kliniken nimmt an Schärfe zu und droht unseren Kreis zu entzweien. Es ist verständlich, dass sich die Menschen in Rotenburg mit aller Kraft für den Erhalt „ihres“ HKZ einsetzen. Und selbstverständlich ist es richtig, darüber zu diskutieren und um den richtigen Weg für die Gesundheitsversorgung zu ringen. Das hätte man viel früher, breiter und öffentlicher tun sollen. Jetzt darf die Debatte nicht abgewürgt werden. Diskutieren tun wir darüber übrigens auch in unserer kleinen Redaktion, in der leidenschaftliche Rotenburger auf ebenso überzeugte Hersfelder Kollegen treffen.

Dennoch nimmt der Streit um die Kliniken auch besorgniserregende Züge an. Einig sind wir uns wohl alle, dass Anfeindungen, persönliche Beleidigungen und sogar Morddrohungen gegen den Landrat und die anderen Klinikverantwortlichen nicht zu tolerieren sind. Die Anzeige durch das Regierungspräsidium war deshalb folgerichtig und bleibt hoffentlich nicht – wie leider so oft – folgenlos.

Sorgen bereiten mir aber auch die Rufe nach einen eigenen Nordkreis Rotenburg, einer Loslösung von Hersfeld. Als ob es „die“ Hersfelder Bürger sind, die den Rotenburgern ihr HKZ wegnehmen wollen. Es geht doch vielmehr um eine möglichst gute und vor allem auch bezahlbare Gesundheitsversorgung für den ganzen Kreis. Und überhaupt, was sollen eigentlich die Menschen aus den anderen 18 Gemeinden unseres Kreises dazu sagen, die kein Krankenhaus haben?

Was ich von den Plänen für ein alternatives Lullusfest halten soll, das weiß ich noch nicht so recht. Unter „Entortung, Signalisation und Partizipation“ kann ich mir nichts vorstellen. Sollen wir uns in der Lollswoche alle daheim um die Feuerschale im Garten scharen, Lollsfeuer trinken und „Enner, zwoon, dräii“ rufen? Oder geht es vor allem darum, dass Bürgermeister Fehling und der Feuermeister ihre Reden halten können? Auch im Magistrat sind die Pläne wohl nur mit hauchdünner Mehrheit durchgegangen. Aber auch der „Andere Sommer“ war toll, hoffentlich wird es dieses andere Lolls auch. Hauptsache, alle bleiben gesund!

Der letzte Öffnungstag der ehemaligen Diskothek an der Philippsthaler Ulsterstraße liegt schon eine Weile zurück. Big Eden, Liberty, Mississippi und Galaxy sind nur eine Auswahl der Namen, unter denen der Tanztempel im Laufe der Jahre die Feierwütigen lockte. An den Legendenstatus seines Vorgängers im Tiefenkeller, dem ältesten Straßenzug der Werragemeinde, konnte der Neubau auf der grünen Wiese allerdings nie wirklich anknüpfen. Jetzt ist Disco-Ära an der Werra offenbar endgültig vorbei: Das Gebäude wird komplett entkernt. Der Eigentümer und Betreiber des benachbarten Edeka-Getränkemarktes möchte die ehemalige Disco vorerst als Lager nutzen. Was bleibt, ist die Erinnerung an manche durchtanzte Nacht…

Und zuletzt noch eine Liebesgeschichte mit Happy End: Die beiden jungen BBC-Reporter Abby Mobbs und James Thomas, die im Jahr 2017 live von unserem Lullusfest nach England berichteten, werden heiraten. Schon seit dem Besuch in Bad Hersfeld sind die beiden ein Paar. Jetzt hat James seiner Abby – romantisch an der Küste von Cornwall – einen Heiratsantrag gemacht. „Lullus und Bad Hersfeld haben uns zusammengebracht“, berichtet uns James. Es klingt fast wie eine Liebesgeschichte von Shakespeare! Wir wünschen den Beiden natürlich lebenslanges Glück.

Rubriklistenbild: © Ludger Konopka

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