Bauarbeiten haben begonnen

Landratsamt: Anbau jetzt in L-Form

So soll es aussehen: Auf der Bauzeichnung sieht man rot-umrandet den geplanten L-förmigen Neubau, der mit dem bestehenden Altbau einen Innenhof umschließt, in den auch der neue Kreistagssitzungssaal hineinragt. Auf der Bauzeichnung unten die Seitenansicht des schlichten, multi-funktionalen Anbaus, seitlich rechts das alte Portal des bisherigen Landratsamtes. Bauzeichnung: Kirschner und Partner/ Bearbeitung Sören ruppert HZ

Am Landratsamt in der Friedloser Straße in Bad Hersfeld  haben die ersten Arbeiten für den Anbau an der Kreisverwaltung begonnen.

Auf dem Gelände rund um das Landratsamt werden in diesen Tagen erste Gebäude abgerissen, um Platz für einen L-förmigen Neubau mit einer Fläche von rund 6500 Quadratmetern zu schaffen. 

So soll es aussehen: Auf der Bauzeichnung sieht man rot-umrandet den geplanten L-förmigen Neubau, der mit dem bestehenden Altba u einen Innenhof umschließt, in den auch der neue Kreistagssitzungssaal hineinragt. Auf der Bauzeichnung unten die Seitenansicht des schlichten, multi-funktionalen Anbaus, seitlich rechts das alte Portal des bisherigen Landratsamtes. Bauzeichnung: Kirschner und Partner/ Bearbeitung Sören ruppert HZ

In dem Anbau sollen 200 neue Büros für rund 200 Mitarbeiter vor allem des Sozialbereichs entstehen, die bisher in den Außenstellen am Hubertusweg und der Berliner Straße arbeiten. Die Kosten für den Neubau dürfen nach einem Beschluss des Kreistags maximal 21,4 Millionen Euro betragen. 

Landrat Dr. Michael Koch ist optimistisch, dass dieser Kostenrahmen eingehalten wird. „Alles ist sehr kostenbewusst geplant, das ganze Gebäude wird bewusst multifunktional gestaltet“, sagt Koch. Die Pläne für den Anbau stammen vom Architekturbüro Kirschner und Partner aus Heringen. Anders als ursprünglich geplant, soll kein riegelförmiges Gebäude, sondern ein L-förmiger Anbau entstehen. Zusammen mit dem Altbau, dem früheren Kreiskrankenhaus, entsteht ein quadratisches Gebäudeensemble, das einen begrünten Innenhof umschließt. 

Neuer Sitzungssaal

Herzstück des Baukomplexes ist ein neuer, rund 250 Quadratmeter großer Sitzungssaal, in dem künftig auch der Kreistag tagen soll. Der neue Saal ist etwa doppelt so groß wie der bisherige Kreistagssitzungssaal, in den bald die Leitstelle umziehen wird. Auch dafür laufen die Bauarbeiten. Baubeginn soll im Jahr 2020 sein. Bis August 2021 soll das Gebäude bezugsfertig sein. 

In der vergangenen Woche hat der Landrat die Mitarbeiter und den Ältestenrat über die Baupläne informiert. „Das Interesse und die Resonanz waren sehr positiv“, sagt Koch. Er betont, dass das neue Gebäude durch kürzere Wege die Arbeitseffizienz der Verwaltung steigern soll. Weil vieles zentraler organisiert ist, soll die Bürgerfreundlichkeit zunehmen. Dazu sollen auch 359 Parkplätze, darunter spezielle Besucher- und Kurzzeit-Stellplätze beitragen, die dann am Landratsamt zur Verfügung stehen. Derzeit gibt es nur 249 Parkplätze

Landrat Koch hat keinen Zweifel daran, dass der Anbau für die Kreisverwaltung notwendig ist. „Der Bedarf liegt auf der Hand, außerdem sind die Zinsen noch niedrig und der Kreishaushalt ausgeglichen“, sagt Koch. Für den Anbau sprechen kürzere Wege, die Zeit des Personals einsparen sollen, das dann nicht mehr wie bisher zwischen den bisherigen Außenstellen in Bad Hersfeld und dem Landratsamt pendeln muss.

Außerdem setzt Koch auch auf deutlich bessere energetische Werte, weil das neue Gebäude unter anderem auch dreifach-verglaste Scheiben und eine energieeffiziente Ausstattung erhält. Zudem hätten viele Kollegen, die dann ab 2021 an der Friedloser Straße arbeiten sollen, bereits angekündigt, wegen der Nähe zum Bahnhof künftig mit dem Zug zur Arbeit kommen zu wollen.

Keine Sorge

Kritiker des Neubau-Projekts hatten unter anderem befürchtet, dass die bisher von der Kreisverwaltung genutzten Immobilien an der Berliner Straße und dem Hubertusweg später leer stehen könnten. Diese Sorge teilt Koch nicht. So soll in den auf 15 Jahre angemieteten Räumlichkeiten an der Berliner Straße künftig die zentrale Sammelunterkunft des Kreises für Flüchtlinge untergebracht werden. „Auch für die Räume am Hubertusweg gibt es bereits Interessenten“, sagt Koch ohne jedoch Namen zu nennen. „Die Planung war für alle ein Kraftakt“, gibt der Landrat zu. Alle Fachdienstleiter, Personalrat, Frauen- und Schwerbehindertenbeauftragte waren einbezogen, um möglichst effiziente Lösungen zu finden.

Trotz der gegenwärtig überhitzten Baukonjunktur ist Landrat Koch zuversichtlich, dass der vom Kreistag bei 21,4 Millionen Euro gedeckelte Kostenrahmen für den Neubau eingehalten werden kann. „Wir werden zeitnah mit der Ausschreibung der einzelnen Aufträge beginnen, um auch so zusätzliche Kostensicherheit zu bekommen“, sagt Michael Koch. 

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