Ausreichend Impfstoff vorhanden

Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist gut gerüstet gegen Grippe

ARCHIV - 29.10.2018, Erfurt: Eine Patientin lässt sich in einer Polyklinik gegen Grippe impfen. ("Weniger Menschen leiden an Grippe - bisher zehn Todesfälle") Foto: Martin Schutt/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit
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Die Ärzte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind auf die bevorstehende Grippe-Saison gut vorbereitet.

Mit dem Jahreswechsel beginnt in der Regel die Grippesaison. „Jetzt ist also noch Zeit für eine Schutzimpfung“, sagt Adelheid Merle, Ärztin im Gesundheitsamt des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Ausreichend Impfstoffe seien in den Praxen vorhanden.

Adelheid Merle, Ärztin im Gesundheitsamt

Das bestätigt Dr. Martin Ebel, Vorsitzender des Hausärzteverbands im Bezirk Hersfeld-Rotenburg, der von einer „guten Bevorratung“ spricht.

Die Zahl der an Influenza Erkrankten schwankt von Jahr zu Jahr mitunter stark. 2017 waren dem Gesundheitsamt des Kreises vom 16. Januar bis 9. März lediglich 66 Fälle gemeldet worden. Im Jahr 2018 waren es vom 31. Januar bis zum 11. April dann insgesamt 251 Fälle. Dieses Jahr wurden zwischen dem 16. Januar und 25. April 109 Grippe-Fälle gemeldet. Die Fallzahlen beziehen sich auf den gesamten Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Laut Adelheid Merle ist allerdings davon auszugehen, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt, da einige Leute mit Grippe unter Umständen nicht zum Arzt gingen. Dieser kann die Fälle folglich auch nicht dem Gesundheitsamt melden.

Eine Prognose für die bevorstehende Influenza-Saison sei indes kaum möglich. „Bis jetzt haben wir im Landkreis noch keine Hinweise für eine erhöhte Grippeaktivität“, so Adelheid Merle. Die Schutzimpfung wird vor allem Risikogruppen empfohlen. Dazu zählen Über-60-Jährige, chronisch Kranke beziehungsweise Menschen mit geschwächtem Immunsystem, medizinisches Personal, aber auch Personen, die ebenfalls mit sehr vielen Menschen in Kontakt kommen, wie Lehrer, Verkäufer oder Busfahrer. Schwangeren wird die Impfung ab dem vierten Monat empfohlen.

Laut Dr. Martin Ebel ist die Impfquote in den vergangenen Jahren gestiegen. Gründe dafür seien vermutlich die starke Grippewelle 2017/2018 mit vielen Todesfällen sowie die vermehrte Aufklärung beziehungsweise öffentliche Präsenz des Themas. Da Grippeviren sehr wandlungsfähig sind, wird der Impfstoff jedes Jahr an die voraussichtlich zirkulierenden Erreger angepasst. Aktuell empfohlen und verwendet werde ein Vierfachimfpstoff. 

Fragen und Antworten zum Thema: 

Wann sollte die Impfung erfolgen? 

Die Schutzimpfung gegen Influenza sollte laut Adelheid Merle, Ärztin im Gesundheitsamt, vorzugsweise im Herbst – Oktober/November – vorgenommen werden. Nach einer Impfung dauere es circa zehn bis 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut hat. Gleiches empfiehlt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Möglich sei eine Impfung aber auch nach November noch, sogar noch während der Grippewelle selbst – allerdings nur, solange der Betroffene nicht bereits erkrankt ist.

Wo kann man sich impfen lassen?

Impfen lassen kann man sich grundsätzlich von jeder Ärztin oder jedem Arzt. In der Regel finden die Grippeschutzimpfungen durch den Hausarzt, Kinderarzt oder in einer frauenärztlichen Praxis statt. Was kostet diese Art des Schutzes? Die Kosten für die Impfung werden für gesetzlich Versicherte von der Krankenkasse übernommen. Für privat Versicherte gelten ähnliche Kostenübernahmeregelungen, teilt Adelheid Merle mit.

Wie kann man sich noch schützen? 

Die Grippe – in der Fachsprache: Influenza – wird durch Viren verursacht, die durch Tröpfcheninfektionen oder Schmierinfektionen übertragen werden können. „Daher sollte man auf häufiges Händewaschen achten, in den Ellenbogen statt in die Hand husten, auf Händeschütteln verzichten, ausreichend schlafen und genug trinken“, rät Merle.

Und wenn die Grippe einen dennoch erwischt?

Hat einen die Krankheit dennoch erwischt, lindern Ruhe und Schonung, ausreichend trinken, Schleimlöser, abschwellende Nasensprays und Inhalation die Beschwerden. „Der typische Beginn einer Grippe ist ein plötzlich auftretender Krankheitsbeginn mit Fieber über 38,5 Grad, trockenem Reizhusten, Muskel- und Gliederschmerzen sowie einem ausgeprägten Krankheitsgefühl“, so die Ärztin im Gesundheitsamt.

Wer informiert rund um das Thema Grippe?

Weitere Informationen sind bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter: www.bzga.de erhältlich, außerdem unter www.impfen.info.de, www.infektionsschutz.de sowie beim Robert-Koch-Institut unter www.rki.de. Auch im Gesundheitsamt Hersfeld-Rotenburg werden drängende Fragen beantwortet, z 06621/87- 2401.

Influenza beginnt plötzlich und heftig

Die Grippe (Influenza) ist nicht das Gleiche wie ein grippaler Infekt, auch wenn beide Krankheiten durch Viren verursacht werden. Der grippale Infekt (Erkältung) beginnt schleichend und äußert sich zuerst meist durch Halsschmerzen. Es folgen Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und leichtes Fieber. Die Grippe zeichnet sich durch plötzliche starke Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen aus, hohes Fieber, Schüttelfrost und Erschöpfung. Die Genesung kann zwei Wochen dauern.

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