Sie sorgen für sauberes Wasser

AG Land- und Wasserwirtschaft weitet Beratungsangebot aus

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Gewässerschutz beginnt auf dem Acker: (von links) Christina Böbelmann, Praktikant Luca Fischer, Benedikt Sokolowski, Birgit Lindenborn und Philipp Pfister beraten Landwirte zur effizienten Düngung, damit weniger Stickstoff- und Phosphat sowie Sediment in die Gewässer eingetragen werden.

Hersfeld-Rotenburg – Seit fast 30 Jahren befasst sich die Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW) im Landkreis mit dem Schutz des Trinkwassers.

Jetzt wurde das Aufgabenfeld dieses Zusammenschlusses kommunaler Wasserversorger sowie des Kreisbauernverbandes Hersfeld-Rotenburg ausgeweitet: Seit diesem Jahr übernimmt die AGLW auch die gewässerschutzorientierte landwirtschaftliche Beratung zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

Diese Vorgabe des Europäischen Parlaments sieht vor, dass bis 2027 ein guter chemischer und qualitativer Zustand der Grund- und Oberflächengewässer erreicht oder erhalten wird. Die AGLW sorgt damit auch außerhalb der Wasserschutzgebiete für sauberes Wasser. Auch dabei stünden nicht Auflagen und Verbote, sondern gezielte Beratung und enge Zusammenarbeit mit den Landwirten im Vordergrund, betont Berater Philipp Pfister. Seit die AGLW im Jahr 1990 auf Initiative von Dr. Wolff-Günther Gebauer gegründet wurde, verfolgt sie den Ansatz, ökonomische Aspekte und den Gewässerschutz zu vereinen: Durch die Optimierung der Düngung sollen die aufs Feld ausgebrachten Nährstoffe möglichst komplett von den Pflanzen aufgenommen werden. Das reduziere nicht nur den Eintrag des gesundheitsschädlichen Nitrats ins Grundwasser, sondern bedeute für die Landwirte gleichzeitig eine Kostenersparnis, verdeutlicht Pfister.

Die Arbeit seines Vorgängers trage Früchte, betont der studierte Agrarwissenschaftler: Der Anteil des mineralisierten Stickstoffs im Boden – der sogenannte Nmin-Wert – sei im Vergleich zu 1990 stark gesunken. Der Nitratgehalt der Quellen und Brunnen in den 33 betreuten Wasserschutzgebieten gehe im Durchschnitt zurück oder bewege sich stabil auf niedrigem Niveau.

Für die Grundwasser-Beratung wurden alle Gemarkungen unter anderem hinsichtlich ihrer Belastung durch Stickstoffeinträge bewertet. Anhand der Ergebnisse wurden 53 Gemarkungen zum Maßnahmenraum „Nord-Osthessisches Bergland“ zusammengefasst. Er umfasst rund 18 000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in den Landkreisen Werra-Meißner, Hersfeld-Rotenburg und Fulda. Dort arbeitet die AGLW insbesondere mit 35 Leitbetrieben zusammen, auf deren Dauerbeobachtungsflächen regelmäßig anhand von Proben der Gehalt des mineralisierten Stickstoffs ermittelt wird. „So verfügen wir für die Düngeempfehlung über aktuelle Werte aus der Region“, verdeutlicht Pfister. Sei der Stickstoffgehalt im Boden noch hoch, könne die Düngung entsprechend sparsam ausfallen. Anhand von Beratungsgesprächen, Demoflächen, Feldbegehungen, Infoveranstaltungen und Rundbriefen sollen die Erkenntnisse an die im Maßnahmenraum wirtschaftenden Landwirte weitergegeben werden. Dabei würden auch Institutionen wie die Untere und Obere Wasserbehörde, der Landesbetrieb Landwirtschaft, Landwirtschaftsbehörden, Bauern- und Bodenverband eingebunden, betont der Berater.

Finanziert wird die gewässerschutzorientierte landwirtschaftliche Beratung vom Land Hessen, welches die AGLW bis zum Jahr 2020 – mit Option auf Verlängerung für das Jahr 2021 – beauftragt hat. Für das neue Aufgabenfeld wurde das Team der AGLW personell verstärkt: Agrarwissenschaftler Philipp Pfister und die Diplom-Biologin Birgit Lindenborn werden nun von Agrarwissenschaftlerin Christina Böbel sowie Umwelt- und Ressourcenmanager Benedikt Sokolowski unterstützt.

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