Kunst in der Pandemie

Künstlerin Silke Brandenstein aus Bad Hersfeld ist auf dem Weg zu sich selbst

Ein Hauch von Urlaub und Fernweh schwingt in dem Bild namens „Meerseele“ von Silke Brandenstein mit.
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Ein Hauch von Urlaub und Fernweh schwingt in dem Bild namens „Meerseele“ von Silke Brandenstein mit.

Die Künstlerin Silke Brandenstein aus Bad Hersfeld berichtet von ihren Erfahrungen während der Corona-Pandemie auf Mallorca. Dort hat sie zu sich selbst gefunden.

Bad Hersfeld – Eigentlich hat die Bad Hersfelder Künstlerin Silke Brandenstein geplant, eine Auszeit von der Kunst an der Leinwand zu nehmen und zu sich selbst zu finden. Dafür ging es vor Beginn der Pandemie nach Mallorca.

Als es mit der Pandemie losging, bedeutete dies aufgrund der strengeren Bestimmungen vor Ort sieben Wochen Ausgangssperre und Isolation. Ausschließlich der Gang zum Supermarkt war erlaubt. „Wenn du den Moment für dich entdeckst, dann entdeckst du dich“, beschreibt sie im Nachhinein diese schwierige Zeit, die sie bestmöglich nutzen wollte.

Es war ihr Weg zur Selbstfindung und kam gerade zur rechten Zeit, wie sie jetzt resümiert. „Ich wollte wissen, wer ich ohne meine Kunst bin und habe eine wunderbare Antwort gefunden.“

Brandenstein beschreibt ihren Lebensstil selbst als konzeptfrei. Dies habe nicht immer geklappt, aber jetzt sei es ihre Normalität. „Ich denke, nur wenn man ohne Konzept lebt, dann kann man im Moment sein“, gibt sie zu Bedenken.

Diesen Fluss, von dem sie sich treiben lässt, erkennt man auch in ihrer Kunst wieder. „Ich lasse den Tanz der Farben geschehen, ohne gefallen zu müssen, ohne mir selbst zu gefallen. Bedingungslos. Das ist Liebe.“

Ihre Reise war für sie sehr lehrreich, da sie sich, vor allem während der erwähnten sieben Wochen, selbst sehr intensiv kennengelernt hat, auch wenn sie in der Zeit an ihre Grenzen ging. „Ich wollte mich erfahren. Das war die Intention meiner Reise und das habe ich erreicht“, fasst sie zusammen, mit Blick auf die aufgezwungene Ausgangssperre, die damit auch etwas Gutes brachte. „Man lernt das Wenige, was man hat, zu zelebrieren.“

So lehrreich die Zeit für Brandenstein war, so wenig möchte sie aber noch mal auf die Kunst auf der Leinwand verzichten. Seit ihrer Rückkehr von Mallorca malte sie 2020 und in diesem Jahr zahlreiche Bilder in verschiedenen Größen, darunter das großformatige Bild Sonnenzeit oder auch Mehrteiler wie Impuls.

Ihr Freigeist wird sie immer wieder gen Süden ziehen. „Ibiza wäre noch ein Traum, aber die Zeit muss passen“, weiß sie schon jetzt. (Daniel Blöthner)

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