Vorwurf der verbalen sexuellen Belästigung

Kündigung von Betriebsratschef: Klinikum droht vor Gericht zu scheitern

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Bad Hersfeld. Das Arbeitsgericht hat signalisiert, die fristlose Kündigung des ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden des Klinikums Bad Hersfeld-Rotenburg für unwirksam zu erklären.

Das teilt dessen Anwältin Daniela Morbach aus der Kanzlei Kreissl-Morbach mit. Zuvor war bereits im März ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Fulda ohne Einigung zwischen dem Klinikum Bad Hersfeld und dem Betriebsratsvorsitzenden zu Ende gegangen. „Der gefeuerte Betriebsrat ist also weiterhin Mitarbeiter des Klinikums“, erklärt Daniela Morbach.

Zur fristlosen Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden hatte sich das Klinikum veranlasst gesehen, weil man ihm verbale sexuelle Belästigungen einer 22-jährigen Auszubildenden vorwarf. Nach Angaben von Morbach habe der Vorsitzende der Kammer des Arbeitsgerichts dem Geschäftsführer des Klinikums, Martin Ködding, vorgehalten, er habe sich „verrannt“. Morbach sieht sich damit in ihrer Auffassung bestätigt. Sie habe von Anfang an in den Äußerungen des Betriebsratschefs keine Belästigung gesehen, die zur fristlosen Kündigung berechtige. Nun bleibe abzuwarten, ob das Urteil rechtskräftig wird.

„Das Klinikum Bad Hersfeld wird das Urteil und dessen schriftliche Begründung abwarten. Wir behalten uns nach Prüfung weitere rechtliche Schritte vor“, sagte Klinikum-Sprecher Werner Hampe auf Anfrage. 

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