Neu-Ausrichtung soll Versorgung sichern

Kreistag: Hausärzte ins Medizinische Versorgungszentrum holen

Hersfeld-Rotenburg. Um die Ärzteversorgung im Landkreis zu sichern, hat sich der Kreistag am Montag grundsätzlich dafür ausgesprochen, im MVZ künftig auch Hausärzte anzustellen.

MVZ steht für Medizinisches Versorgungszentrum Hersfeld-Rotenburg (MVZ).

Bislang arbeiten im MVZ, einer 100-prozentigen Tochter des Klinikums, nur Fachärzte. Das Parlament beschloss einstimmig, dass der Kreisausschuss mit dem Klinikum, den Städten und Gemeinden, der Hausarztakademie und der kassenärztlichen Vereinigung prüfen soll, inwieweit so eine Öffnung für Hausärzte möglich ist. So könnten Hausärzte künftig im MVZ angestellt werden und dann Sprechstunden in Gemeinden anbieten, in denen es keinen Hausarzt mehr gibt. Zudem lässt das Parlament prüfen, ob und wo neue MVZ-Standorte errichtet werden könnten – und ob es weiterhin direkt am Klinikum angesiedelt sein soll.

„Wir wollen ausdrücklich keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten schaffen, sondern nur dort eingreifen, wo der Arztsitz sonst verfallen würde“, betonte Herbert Höttl von der CDU.

Manfred Fehr (SPD) sagte, es könne nicht sein, dass „wir bei der Gesundheit auf Dauer Kommunen erster und zweiter Klasse haben“. Schon jetzt mache sich der Ärztemangel auf dem Land bemerkbar. Angebote wie der Medibus, eine mobile Hausarztpraxis, die durch Cornberg und Nentershausen fährt, seien eine „Notlösung“. Christian Eimer (Grüne), selbst Notarzt, sprach davon, dass die „klassische Einzelkämpfer-Landarztpraxis“ ein Auslaufmodell sei. Vielmehr würden immer mehr Ärzte Wert auf familienfreundlichere Arbeitszeiten legen. Deshalb gehörten Gemeinschaftspraxen und MVZs, in denen Ärzte angestellt sind, die Zukunft.

Der Koalitionsvertrag der hessischen Regierung sieht ausdrücklich vor, kommunal betriebene MVZs finanziell zu fördern. Landrat Dr. Michael Koch (CDU) sagte, er habe im Ministerium bereits eine Förderung angefragt. (ses)

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