Ältere Menschen werden häufiger Opfer

Kriminalstatistik: Gute Sicherheitsbilanz für den Landkreis

Fulda – „In Osthessen leben sie sehr sicher“, erklärte Polizeipräsident Günther Voss bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2018 in Fulda. 

Auch auf die polizeiliche Arbeit im Landkreis Hersfeld-Rotenburg heruntergebrochen, trifft diese Aussage zu. Von den 5353 im vergangenen Jahr im Landkreis begangenen Straftaten wurden 67,4 Prozent durch die eingesetzten Beamtinnen und Beamten aufgeklärt. Das ist der höchste Wert seit Einführung der elektronischen Datenerfassung im Jahre 2001.

Die Gesamtzahl der Straftaten ist nur im Jahre 2015 noch unterboten worden. Seinerzeit sind 5352 Vergehen gezählt worden. Und auch die Häufigkeitszahl – Anzahl der Delikte pro 100 000 Einwohner – von 4420 ist in den vergangenen 18 Jahren noch nie niedriger gewesen. Im Landesdurchschnitt hat sie im Jahre 2018 bei 5971 gelegen.

Uwe Teichmann, Erster Kriminalhauptkommissar

Besonders auffällig ist die Tatsache, dass Diebstahlsdelikte immer weiter zurückgehen – von 1630 auf 1509. Sie machen aktuell nur noch 28 Prozent aller Taten aus.

Kriminalhauptkommissar Uwe Teichmann hat dagegen ausgemacht, dass es eine Verlagerung hin zu Waren- und Warenkreditdelikten im Internet gibt. In 2018 sind bereits 385 derartiger Straftaten angezeigt worden. 82 mehr als im Jahre 2017.

Risikoreich für Verbrecher, denn die Aufklärungsquote in diesem Bereich liegt aktuell bei 88,6 Prozent. Auch bei den 1131 Vermögens- und Fälschungsdelikten aus dem Jahre 2018 spielt das Internet eine immer größer werdende Rolle. Die Aufklärungsquote hier: 79,7 Prozent.

Erfreulich verläuft die Entwicklung bei der Jugendkriminalität. Die 512 Delikte aus dem Jahr 2018 bedeuten ebenfalls den niedrigsten Stand seit 2001. In 2017 sind es noch 534 gewesen. Für Teichmann ist dies auf die gute Präventionsarbeit in den Bereichen von „Schule machen ohne Gewalt“ (Smog) und „Cool sein – cool bleiben“ zurückzuführen.

Martin Nickl, Polizeioberrat

Sorgenvoll blickt Polizeioberrat Martin Nickl, Leiter der Polizeidirektion Bad Hersfeld-Rotenburg, auf die Entwicklung der Straftaten, bei denen ältere Menschen Opfer werden. Die Zahl ist in den vergangenen drei Jahren regelrecht explodiert: Von 34 im Jahre 2016 über 83 in 2017 auf 86 im abgelaufenen Jahr. Dabei handelt es sich meist um Telefonbetrügereien, bei denen Senioren um viel Geld betrogen werden. Immer wieder geben sich Anrufer als Familienangehörige aus, die dringend eine große Summe Geld benötigen oder als Polizeibeamte, die die älteren Menschen unter Druck setzen und so hohe Geldsummen erbeuten.

Trotz aller Überfälle, Einbrüche, Körperverletzungen und sonstigen Delikten spricht auch Martin Nickl von einer sehr guten Sicherheitsbilanz für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg. rey

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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