Nachbarlandkreise schneiden noch schlechter ab

Digitalisierung: Hersfeld-Rotenburg auf Rang 300 von 401 in Deutschland

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg hängt bei der Digitalisierung im bundesweiten Vergleich zurück. Das geht aus einer Studie der Beratungsunternehmen Prognos und Index hervor.

Diese wurde kürzlich im Handelsblatt veröffentlicht. Der Kreis belegt darin Platz 300 von insgesamt 401 Landkreisen und kreisfreien Städten.

Dem Gesamtergebnis des sogenannten Digitalisierungskompasses 2018 liegen drei Teilbereiche zugrunde: die Breitbandversorgung, der Arbeitsmarkt für digitale Berufe und die Informations- und Kommunikationsbranche, worunter die Anzahl der Patente und Firmengründungen fallen. Laut der Studie liegt der Kreis beim Breitbandausbau auf Platz 341 und in der Kategorie „Digitaler Arbeitsmarkt“ auf Rang 254. Wesentlich besser schneidet der Kreis im Teilbereich Informations- und Kommunikationsbranche ab: Platz 141.

Landrat Dr. Michael Koch räumt zwar ein, dass „wir in der Region Schwächen haben, deshalb ja auch die entsprechenden EU-Förderungen“. Er bemängelt an der Studie jedoch, dass Daten berücksichtigt worden seien, etwa zum Arbeitsmarkt, die teils zwei Jahre alt sind. „Historisch gesehen ist es richtig, dass wir Nachholbedarf haben. Aktuell sehe ich uns aber auf einem guten Weg“, so Koch, der auch Vorsitzender der Gesellschaft Breitband Nordhessen ist, ein Zusammenschluss von fünf nordhessischen Landkreisen mit dem Ziel, schnelles Internet in den ländlichen Raum zu bringen.

Breitband Nordhessen will laut Geschäftsführerin Kathrin Laurier bis Ende nächsten Jahres alle fünf Landkreise mit Leerrohren und Glasfaserkabeln erschlossen haben, damit 570 Orte und Ortsteile in Nordhessen abseits der größeren Städte ans schnelle Breitbandnetz angeschlossen werden können. Bis gestern waren von den geplanten 2000 Kilometern bereits 1345 Kilometer verlegt. 

Städte schneiden besser ab

Der Digitalisierungskompass 2018 offenbart, dass sich der ländliche Raum bundesweit bei der Entwicklung der Digitalisierung wesentlich schwerer tut als Metropolregionen oder gar Großstädte. Das zeigt sich auch in den Ergebnissen für Nordhessen und die angrenzenden Nachbarlandkreise. Der Überblick: 

Stadt Kassel: Platz 68 

Landkreis Fulda: Platz 173

Hersfeld-Rotenburg: Platz 300 

Wartburgkreis: Platz 344

Landkreis Kassel: 367

Werra-Meißner: Platz 376

Vogelsbergkreis: Platz 379

Schwalm-Eder-Kreis: Platz 388

Bundesweit an der Spitze liegen der Landkreis und die Stadt München, Schlusslicht ist das Jerichoer Land in Sachsen-Anhalt. Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier.

Rubriklistenbild: © Kai A. Struthoff

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