Angst vor der Grippe

Mehr Menschen im Kreis Hersfeld-Rotenburg lassen sich gegen Grippe impfen

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Mit einer Impfung vorbeugen: Wenn die Grippe zuschlägt, werden Medikamente, Fieberthermometer und Taschentücher zum täglichen Begleiter.

Hersfeld-Rotenburg. Die jüngste Grippewelle Anfang dieses Jahres mit vielen Kranken ist noch präsent: Im Landkreis macht sich nun eine steigende Impfbereitschaft bemerkbar.

Viele Kranke, überfüllte Wartezimmer, bundesweit mehr als 2000 Tote - so sah es Anfang des Jahres aus. Jetzt lassen sich mehr Menschen im Landkreis impfen. Die Apotheken und Ärzte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind gut vorbereitet.

„Wir haben genug geordert und ausreichend Impfstoff da“, sagt beispielsweise Apothekerin Ina Müller von der Schwanen-Apotheke in Bad Hersfeld. Auch Vertreter der Hubertus- und der Schloss-Apotheke in Rotenburg machen keinen Engpass aus, über den in diesen Tagen viele überregionale Medien berichten.

Das Nachordern von Impfstoffen sei zwar tatsächlich nicht mehr möglich, das sei aber durchaus normal, so Müller. Auch die Arztpraxen sind gewappnet: „Die letzte Grippesaison hat Eindruck gemacht. Der Schock sitzt tief. Es lassen sich deutlich mehr Leute impfen“, sagt Dr. Martin Ebel, Sprecher der Hausärzte im Bezirk Hersfeld-Rotenburg.

Das sieht auch Peter Artelt so, Leiter des Gesundheitsamtes Hersfeld-Rotenburg. Von einem Engpass habe er nichts gehört. In der vergangenen Grippesaison habe es weit über 300 gemeldete Krankheitsfälle gegeben. Ein weiterer, möglicher Grund für die höhere Zahl an Impfungen ist, dass die Krankenkassen in diesem Jahr erstmals die Vierfachimpfung für alle bezahlen. Den Dreifachimpfstoff, der bisher gesetzlich Versicherten verschrieben wurde, hatte laut Robert-Koch-Institut nur eine bestimmte Linie der Erreger abgedeckt. „Die Krankenkassen haben endlich verstanden, dass ihr Plan mit der Dreifachimpfung vor die Wand gefahren ist“, sagt Ebel.

Aktuell sei Artelt noch kein Grippefall gemeldet worden. Die Zahl steige meist erst ab Dezember. Dennoch rät er spätestens jetzt zur Impfung – insbesondere für Menschen ab 60 Jahren und chronisch Erkrankte.

Hintergrund: Infekt ist nicht gleich Influenza

Bei der Grippe (Influenza) und dem grippalen Infekt handelt es sich um verschiedene Krankheiten, die jedoch beide durch Viren verursacht werden. Der grippale Infekt – Erkältung – beginnt schleichend und äußert sich zuerst durch Halsschmerzen. Es folgen Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und leichtes Fieber. Die richtige Grippe zeichnet sich durch plötzliche starke Kopf-, Hals- oder Gliederschmerzen aus. Hinzu kommen starkes Fieber (über 39 Grad), Schüttelfrost und starke Erschöpfung. Die Genesung kann über zwei Wochen dauern. Da die Grippe lebensbedrohlich sein kann, wird bestimmten Personengruppen eine Impfung empfohlen. Seit diesem Jahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen auch die Vierfachimpfung, die ein breiteres Spektrum abdeckt als die alte Dreifachimpfung.

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