Umkämpfter Arbeitsmarkt

Nicht nur in der Großstadt: Busfahrer auch in Hersfeld-Rotenburg immer schwieriger zu finden

Mehr Busse im ÖPNV? Dafür bräuchte man auch mehr Busfahrer.
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Mehr Busse im ÖPNV? Dafür bräuchte man auch mehr Busfahrer.

Der öffentliche Personennahverkehr soll ausgebaut werden. Doch dabei gibt es ein Hindernis. 

Gerade im eher ländlichen Raum wünschen sich viele Bürger eine Ausweitung des öffentlichen Personennahverkehrs, und auch der Nordhessische Verkehrsverbund kündigt an, das Angebot weiter ausbauen zu wollen. Personell sieht es bei Busfahrern aber eng aus.

„Einfach ist es nicht“, sagt Horst Schauerte, Vorstand von Wartburgmobil. Der Mangel an Busfahrern sei kein reines Großstadtproblem, das wisse er auch von Kollegen. Mit der Bäderlinie (Linie 300) von Bad Hersfeld nach Bad Salzungen ist das Unternehmen auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg unterwegs. 

Heute muss man selbst aktiv werden 

Früher habe man sich das Personal aussuchen können, heute müsse man selbst aktiv werden, um Personal zu finden und auszubilden. Dass die Lage bei Wartburgmobil trotzdem nicht allzu dramatisch sei, liege sicher auch am „guten Tarifvertrag“, meint Schauerte. 

„Wir zahlen über dem hessischen und bayerischen Tarif.“ Wobei die Bezahlung gar nicht unbedingt das Problem sei, viele hätten eher ein Problem mit der Schichtarbeit und der Arbeit am Wochenende. „Die Work-Life-Balance wird wichtiger.“

Stärkere Fokussierung auf Frauen und Quereinsteiger 

Bei Wartburgmobil will man in Zukunft noch stärker Quereinsteiger und Frauen ansprechen und auch selbst ausbilden. Bereits der Fall ist das bei der Rhön-Energie Fulda, die mit ihren Bussen ebenfalls im Landkreis unterwegs ist. „Geeignetes Personal zu finden, ist in der Tat schwierig geworden und wir müssen von Jahr zu Jahr größere Anstrengungen unternehmen“, teilt Sprecher Dr. Mathias Schmidt mit. „Wir gehen das Thema proaktiv an, indem wir verstärkt selbst zum Berufskraftfahrer im Personenverkehr ausbilden. Damit machen wir gute Erfahrungen.“

Immer wieder mit neuen Ideen 

Auf dem umkämpften Arbeitsmarkt müsse man immer wieder mit neuen Ideen überraschen und die Hürden senken, erklärt auch Martin Seiler, DB-Personalvorstand. Die DB Regio Mitte ist mit Bussen im Altkreis Rotenburg unterwegs. 

Man setze zum Beispiel auf Castings in Zügen oder an Bahnhöfen. „Wir bilden massiv selbst aus und kümmern uns noch stärker um eigenen Nachwuchs.“ Nicht zum Thema äußern möchte man sich bei der Firma Käberich.

Auch beim NVV, der die Verkehrsdienstleistungen vergibt und beauftragt, aber kein eigenes Personal einstellt, ist das Problem bekannt. Man mache sich mit dem Land Hessen Gedanken darüber, was man dazu beitragen könne, den Beruf attraktiver zu machen, heißt es auf Anfrage. 

Streik für mehr Lohn und Urlaubstage

Zu einem Warnstreik bei den privaten Omnibusunternehmen hatte die Gewerkschaft Verdi am 1. November in ganz Hessen aufgerufen. In Bad Hersfeld war der Stadtbus (Rhön-Energie) betroffen. Insgesamt beteiligten sich laut Verdi rund 3000 Fahrer. 

Der Konflikt zwischen Verdi und dem Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer spitzt sich derweil weiter zu, über unbefristete Streiks wird abgestimmt. Verdi fordert unter anderem mehr Grundgehalt und mehr Urlaubstage.

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