Mann aus Alsfeld in Bad Hersfeld vor Gericht

Kopfstoß gegen Raucher auf Rotenburger Weihnachtsmarkt  

Wegen Körperverletzung musste sich ein 43-Jähriger aus Alsfeld in Bad Hersfeld vor Gericht verantworten. Er war am Rande des Rotenburger Weihnachtsmarktes gewalttätig geworden.

Jedes Jahr zum Weihnachtsmarkt trifft sich ein heute 43 Jahre alter Mann aus Alsfeld mit Freunden in seiner Heimatstadt Rotenburg. Beim bisher letzten Besuch verlief der Ausflug jedoch äußerst unschön und hatte eine Anklage wegen Körperverletzung zur Folge.

Passiert war um zwei Uhr früh am 8. Dezember Folgendes: Im Eingangsbereich einer Gaststätte auf dem Marktplatz war der Alsfelder mit einem 24-jährigen Rotenburger aneinander geraten, der sich trotz Rauchverbots eine Zigarette angesteckt hatte.

Der offenbar nicht gerade freundlich vorgebrachte Hinweis auf den Raucherraum oder die frische Luft bewirkte nicht etwa Einsicht, sondern – sicher auch der nicht gerade geringen Alkoholisierung geschuldet – Eskalation: Beide Kontrahenten verließen das Lokal und gingen sich draußen an die Wäsche.

Als die Streithähne dicht an dicht standen, verpasste der Alsfelder dem Rotenburger einen Kopfstoß. Es floss Blut aus Nase und Lippe, ein Schneidezahn war abgebrochen, und der 24-Jährige ging zu Boden. Ein Augenzeuge rief daraufhin die Polizei.

Strafrichterin Silvia Reidt erlebte diese Woche einen leicht zerknirschten und im Wesentlichen geständigen Angeklagten. Warum er mit dem Kopf zugestoßen habe? „Ich weiß es nicht.“

Die anschließende Vernehmung des Geschädigten bestätigte das Kerngeschehen, nur in Details unterschieden sich die Angaben.

Weil dem Alsfelder im Zivilverfahren eine saftige Zahnarztrechnung droht, seine Schuld nicht allzu groß war und 600 Euro Schmerzensgeld verhängt wurden, konnte das Verfahren mit dem Einverständnis der Staatsanwaltschaft eingestellt werden.

Deutliche Worte von Richterin Reidt musste sich der Angeklagte auch noch anhören: „Die Kopfnuss war unangemessen.“ (ks)

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

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