Konzept bis Sommer vorlegen

Workshop befasste sich mit Lärmschutz an ICE-Neubaustrecke

Lebhafte Diskussion auf Abstand: In der Stadthalle hatten sich zwölf Interessierte zusammengefunden, die sich in einer von Chanda Heß (vorne links) moderierten Gesprächsrunde über Lärmschutz-Maßnahmen an einer möglichen ICE-Neubaustrecke durch Bad Hersfeld austauschten.
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Lebhafte Diskussion auf Abstand: In der Stadthalle hatten sich zwölf Interessierte zusammengefunden, die sich in einer von Chanda Heß (vorne links) moderierten Gesprächsrunde über Lärmschutz-Maßnahmen an einer möglichen ICE-Neubaustrecke durch Bad Hersfeld austauschten.

Ein erster Workshop in der Bad Hersfelder Stadthalle befasste sich mit Lärmschutz an der geplanten ICE-Neubaustrecke Fulda-Gerstungen.

Bad Hersfeld – Es sind zwei Signale, die vom ersten Beteiligungsforum zur Erarbeitung eines Lärmschutzkonzeptes für die geplante ICE-Strecke Fulda-Gerstungen ausgehen: Die ICE-Strecke ist in Bad Hersfeld willkommen. Und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger, die an der Strecke wohnen, sollen – auch bezüglich des Lärmschutzes – berücksichtigt und gewahrt werden.

Zu einem ersten Workshop, bei dem sie pandemiebedingt auf Abstand blieben, hatten sich zwölf Teilnehmer in der Stadthalle zusammengefunden. Bürgermeister Thomas Fehling betonte in seinem Eingangsstatement, dass es ihm ein wichtiges Anliegen sei, deutlich zu machen, dass die neue Strecke und der ICE-Halt in Bad Hersfeld willkommen seien und dass innovative Möglichkeiten des Lärmschutzes entwickelt werden sollten, die über die klassischen sechs Meter hohen Lärmschutzwände hinausgingen. Hierzu nannte er als Beispiele die Überbauung der Strecke unter Einsatz von Photovoltaik-Modulen sowie die gezielte Bebauung der Randgrundstücke, die ebenfalls als Lärmbarriere dienen könne. Er rief dazu auf, sich keine Denkverbote aufzuerlegen. Auch Ideen, die zunächst utopisch erschienen, könnten durchaus weiterführen. Es sei wichtig, den Prozess in Kooperation mit der Bahn aktiv zu gestalten und schon jetzt konkrete Überlegungen anzustellen. Bis zum Sommer – also noch vor Bekanntgabe der ausgewählten Streckenvariante – sollen ein Lärmschutzkonzept und ein Maßnahmenpaket vorgelegt werden, das die Basis für die weiteren Verhandlungen zwischen Stadt und Bahn bilden solle.

Chanda Heß und Mert Cakir, Mitarbeiter der Stadt- und Landschaftsplanung der Stadtverwaltung, hatten geplant, in Kleingruppen zu verschiedenen Themen detaillierte Fragestellungen zu Themen wie Wohnen, Industrie, Gewerbe, Tourismus und Bahnhofsgestaltung zu erarbeiten. Allerdings war das Bedürfnis nach Austausch offensichtlich so groß, dass die Gruppenarbeitsphasen entfielen.

Joachim Dähn als Sprecher der Bürgerinitiative BI A4 Lärmschutz ergänzte die Ausführungen Fehlings und die Informationen von Chandra Heß durch weitere Details zum Thema Lärmschutz. Er wies darauf hin, dass Lärm nicht nur durch den Schienenverkehr verursacht werde, sondern auch durch Straßenverkehr, der in und um Bad Hersfeld ebenfalls eine wesentliche Rolle spiele. Es sei daher wichtig, auch diesen Bereich mit zu berücksichtigen. Darüber hinaus gelte die bereits vorhandene Bahnstrecke durch Bad Hersfeld bereits jetzt als „lärmsaniert“, sodass Lärmschutz-Maßnahmen im Normalfall lediglich auf einer möglichen Aus- oder Neubaustrecke ergriffen würden. Hier sei jedoch das Beispiel der Strecke zwischen Hanau und Gelnhausen ermutigend, bei der im Zuge einer „parlamentarischen Befassung“ des Bundestages weitere Mittel für Lärmschutz und Barrierefreiheit zur Verfügung gestellt worden seien. Eine solche parlamentarische Befassung könne unter Umständen auch für Bad Hersfeld eine sinnvolle Möglichkeit sein.

In der von Sachlichkeit und Konstruktivität geprägten Gesprächsrunde verständigten sich die Anwesenden über Ideen zum weiteren Vorgehen. Voraussichtlich ab März wird es weitere Beteiligungsrunden geben, zu denen dann auch eine breitere Öffentlichkeit eingeladen wird. (Von Ute Janßen)

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