ZWISCHEN DEN ZEILEN

Kontakte, Neuanfänge und alte Löcher

Die Festspiele und die Theaterleute sind eine Bereicherung für Bad Herfeld.

Christine Zacharias, Redakteurin Hersfelder Zeitung

Das ist gerade wieder deutlich spürbar, wenn einem die Stars von der Bühne und die vielen engagierten Mitarbeiter hinter den Kulissen in der Stadt begegnen. Immer wieder gibt es Festspieler, die sich in unsere hübsche kleine Stadt verlieben und ihre Vorzüge zu schätzen wissen. So scheint das auch bei der großen Marianne Sägebrecht gewesen zu sein. Sie stand 2019 in Kafkas „Der Prozess“ auf der Bühne und las aus ihrem Buch „Ich umarme den Tod mit meinem Leben“ in der Stadtkirche. Dabei wurde sie von der Violinistin Andrea Schuhmacher begleitet und die ist wiederum verheiratet mit dem Künstler Leonard Lorenz.

Dessen Werke, so fand Marianne Sägebrecht, sollten unbedingt in Bad Hersfeld gezeigt werden. Und so schlug sie Lorenz bei der Stadt vor und dort entschied man sich dafür, den international tätigen Künstler mit seinen Skulpturen und Gemälden einzuladen. Seine kraftvollen, ausdrucksstarken, vielschichtigen Arbeiten werden in diesem Sommer im Kapitelsaal des Museums zu sehen sein.

In den vergangenen Monaten haben mehrere Geschäfte in Bad Hersfeld geschlossen bzw. die Schließung angekündigt. So etwas bereitet Sorge, denn Leerstand in der Stadt hat die Tendenz, sich wie ein Geschwür auszubreiten und das schadet dann allen, den Geschäftsleuten und Gastronomen wie den Bewohnern und den Besuchern. Umso erfreulicher ist jede Neueröffnung. Gegenüber von der Sparkasse gibt es jetzt japanische Sushi statt Currywurst und dort, wo früher Schmuck verkauft wurde, will offenbar ein Modeladen einziehen. Heiß begehrt sind zudem die amerikanischen Leckereien in der City Galerie. Neben dem Sinken der Inzidenz, den Lockerungen und der Sonne weitere Zeichen, die positiv stimmen.

Dass im Rathaus mit großem Engagement daran gearbeitet wird, Bad Hersfeld zur Smart City zu machen, ist nichts Neues. Ein wenig amüsiert hat uns aber die Pressemitteilung über die neue intelligente Straßenbeleuchtung und all die Möglichkeiten, die sie bietet. Mehr als 200 000 Euro will die Stadt dafür ausgeben. Da fragt sich mancher, ob es nicht sinnvoller wäre, die teilweise wirklich holperigen Straßen zu sanieren anstatt die Schlaglöcher optimal digital auszuleuchten.

Zum Schluss noch eine traurige Nachricht: Der Bauunternehmer Helmut Kirchner ist am vergangenen Montag im Alter von 84 Jahren gestorben. Sein Name steht in Bad Hersfeld für die gleichnamige frühere Baufirma, die große Straßen- und Autobahnbauprojekte in ganz Deutschland umgesetzt hat und Jahren dann im Baukonzern Strabag aufging. Helmut Kirchner hatte sich schon lange aus dem Baugeschäft zurückgezogen.

Er pflegte eine enge Beziehung zu seiner Heimatstadt Weimar und engagierte sich in Bad Hersfeld für Kunst und Kultur.

Mit seinem Tod verliert Bad Hersfeld eine prägende Unternehmerpersönlichkeit, die weit über die Stadtgrenzen hinaus geschätzt und geachtet wurde.

Von Christine Zacharias

Rubriklistenbild: © Maaz, Nadine

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare