Premiere des Lullus-Films der KDS

Konrad-Duden-Schüler auf Klassenfahrt ins Mittelalter

+
Sie machen immer eine gute Figur – auch im Film: Die vier Feuermeister, von links Klaus Otto, Hans-Jürgen Eichenauer, Udo Roßbach und Udo Baumgardt mit Lehrerin Andrea Exner.

Pünktlich zum Lullusfest wurde jetzt der Film „Lullusreise oder Die Kraft der Kastanien“ vorgestellt. 60 Schüler der KDS gehen dabei auf eine spannende Reise ins Mittelalter.

Bad Hersfeld – Was wäre, wenn ... Lullus von seinem Sockel stiege und ein ganz normaler Reisebus sich als Zeitkapsel in das mittelalterliche Hersfeld erweisen würde? In dem Film „Lullusreise oder Die Kraft der Kastanien“, den Andrea Exner und Jurriaan Bles gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Konrad-Duden-Schule entwickelt und realisiert haben, wurde diese Vision – zumindest auf der Leinwand – Wirklichkeit.

Im Rahmen des Projekts „Künste öffnen Welten“ entstanden Drehbuch, Choreografien und Spielszenen, mit denen an die Wurzeln des traditionsreichen Lullusfestes erinnert wurde. Der fertige Film, der vor Beginn der Corona-Pandemie als Theaterstück geplant war, wurde nun in der Stadthalle der Öffentlichkeit präsentiert.

Rund 60 Kinder und Jugendliche schlüpften für die Kamera in die unterschiedlichsten Rollen: Sie waren als Nonnen im Kloster, als Besucher des mittelalterlichen Lullusfestes, als Lullus, Sturmius und Bonifatius, als Wölfe in der wilden Buchonia, als Feuermeister sowie als Schülerinnen und Schüler der „zeitgenössischen“ Konrad-Duden-Schule zu sehen.

Dabei durfte die Schülerin, die besonders den Geschichtsunterricht liebt, ebenso wenig fehlen wie die Sportskanonen. Und was als Zickenkrieg auf dem Schulhof begann, endete mit einer gemeinsamen, solidarischen Kastanien-Aktion, durch die die Jugendlichen wieder in ihre „Heimat-Zeit“ zurückkehren konnten. Mit einem „Laterne“-Lied waren auch die Mitglieder des Kinderchores der Stadt- und Johanneskirchengemeinde zu hören.

Die Geschichte selbst ist schnell erzählt. Auf mehreren Zeitebenen wird die Geschichte von Lullus sowie die des Lullusfestes und des dazugehörigen Feuers erzählt. Eine Schulklasse der Gegenwart begibt sich auf eine Bus-Exkursion und wird in die Zeit des Mittelalters zurückversetzt. Nach irritierenden Begegnungen mit den Besuchern des historischen Lullusmarktes – schon durch unterschiedlichen Gebrauch der Sprache und Kleidung – fremdeln die Alt-Hersfelder mit ihren Gästen aus der Zukunft.

Als dann noch die strenge Äbtissin aus dem Kloster die Schüler gefangen nehmen will, suchen diese schleunigst nach dem Rückweg in das Jahr 2020, den sie mithilfe von Kastanien und des Lullusfeuers auch finden. Auf ihrem Rückweg begegnen sie unter anderem gleich vier leibhaftigen Feuermeistern (Hans-Jürgen Eichenauer, Udo Baumgardt, Udo Roßbach und Klaus Otto), die nicht nur auf der Leinwand eine gute Figur machten, sondern auch bei der Präsentation anwesend waren.

Mit ausgefeilten Choreografien, in denen auch Geschichtsbücher und Basketbälle zu Rhythmusinstrumenten wurden und mit Rap-Einlagen (sehr eindrucksvoll der gerappte „Bruder Lolls“-Ruf) sowie mit einem sehr raffinierten Schwarzlicht-Tanz beeindruckten die Mitglieder der KDS-Theater-AG nicht nur schauspielerisch, sondern auch durch ihre Körperbeherrschung.

Die liebevolle Gestaltung der Bühne mit von den Kindern und Jugendlichen gestalteten bunten Laternen mit Hersfeld-Motiven und einem fast „echten“ Lullusfeuer tat ein Übriges, um auch unter schwierigen Bedingungen und ohne das echte Feuer und den Rummel auf dem Marktplatz einen Tag nach dem Todestag von Lullus noch einmal „Lolls-Stimmung“ auf. Nur gut, dass der Heilige am Ende doch wieder auf seinen Sockel vor dem Rathaus kletterte.

(Von Ute Janßen)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare