"Handwerk wird Stärke untermauern"

Konjunktur trübt sich ein: Wirtschaftsexperten sind für Hersfeld-Rotenburg aber noch optimistisch

 „Für 2020 bleibe ich optimistisch, auch wenn die Aufschwungdynamik nachlässt“, sagt etwa Sparkassen-Vorstandschef Reinhard Faulstich.
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 „Für 2020 bleibe ich optimistisch, auch wenn die Aufschwungdynamik nachlässt“, sagt etwa Sparkassen-Vorstandschef Reinhard Faulstich.

Trotz erster Anzeichen für einen Abschwung der heimischen Konjunktur sehen führende Wirtschaftsexperten aus der Region immer noch überwiegend optimistisch in das neue Jahr.

Allerdings zeichnen sich dabei auch im Kreis bereits Unterschiede bei den einzelnen Branchen ab. Das hat eine Umfrage unserer Zeitung bei IHK, Handwerkskammer, Wirtschaftsförderung, der Arbeitsagentur und der Sparkasse ergeben.

 „Für 2020 bleibe ich optimistisch, auch wenn die Aufschwungdynamik nachlässt“, sagt etwa Sparkassen-Vorstandschef Reinhard Faulstich. Die Auftragsbücher der Firmenkunden seien immer noch gut gefüllt. Welche Auswirkungen die Transformationsprozesse der Autoindustrie auf die Zulieferbetriebe in unserer Region haben werden, bleibe abzuwarten.

„Unser heimisches Handwerk wird weiter seine konjunkturelle Stärke untermauern, wobei das Haupt- und Ausbaugewerbe sicherlich eine Vorreiterrolle einnehmen wird“, meint auch Hans-Wilhelm Saal, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Es sei allerdings abzusehen, dass das Kfz Handwerk und die Nahrungsmittelhandwerke sich in einem weiterhin schwierigen Umfeld bewegen werden. Auch Bernd Rudolph, Chef der Wirtschaftsförderung im Kreis, geht davon aus, „dass sich die Konjunktur im Landkreis aufgrund der soliden regionalen Wirtschaftsstruktur im nächsten Jahr insgesamt als robust zeigt.“

Etwas zurückhaltender bewertet Tobias Binder, Leiter des IHK-Servicezentrums, die Konjunkturaussichten. „Nach den starken Jahren des Wachstums in den vergangenen Jahren rechnen die Unternehmer für die kommenden Monate mit schlechteren Geschäften“, sagt er, betont aber, dass das von „von Branche zu Branche sehr variiert“.

Klare Anzeichen für eine abnehmende Konjunkturdynamik erkennt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda. So verzeichne man dort einen Anstieg der Anzeigen von Kurzarbeit. „Der Einsatz des Kurzarbeitergeldes ist ein Frühindikator für die weitere Entwicklung des Arbeitsmarktes“, erklärt Dombrowski. Deshalb erwarte er eine „Delle“ auf dem heimischen Arbeitsmarkt.

Die Arbeitslosigkeit werde jedoch nur leicht steigen. Wegen des Mangels an qualifiziertem Personal und an Auszubildenden werde das Thema Fachkräftegewinnung und -sicherung auf der Agenda bleiben. 

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