Hitze trocknet alles aus

Kommunen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg rufen zum Wassersparen auf

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Hersfeld-Rotenburg. Die Hitzewelle hat Haunetal als erste Gemeinde im Kreis Hersfeld-Rotenburg dazu veranlasst, die Bevölkerung zum Wassersparen aufzurufen.

 Der Appell in den „Haunetaler Nachrichten“ liest sich dramatisch: „Das Trinkwasser wird knapp“, schreibt die Gemeinde dort. Die Vorräte in der Marktgemeinde würden einen „beunruhigend niedrigen Stand“ aufweisen. Und: Wer größere Schwimmbecken füllen will, müsse dies der Verwaltung melden.

Auf Nachfrage unserer Zeitung rudert die Gemeinde etwas zurück. Es gebe keinen Grund zur Panik. „In unseren Tiefbrunnen und Quellen ist noch ausreichend Wasser vorhanden“, sagt Bauamtsleiter Sören Dietz. Dennoch: „Die Brunnenpumpen laufen zur Zeit bis zu 20 Stunden am Tag, im Normalbetrieb sind es sechs bis acht Stunden“, so Dietz. Die aktuell geförderte Wassermenge in den Tiefbrunnen im Haunetal liege deutlich über dem Durchschnittswert des vergangenen Jahres. Den Wasserverbrauch zu reduzieren, sei also sinnvoll.

In den anderen Kreiskommunen ist von Knappheit noch keine Rede. „Wir haben genug Wasser“, sagt Jörg Lingelbach von den Stadtwerken Bebra. Auch in Bad Hersfeld sei alles im grünen Bereich, so Stadtsprecher Meik Ebert: „Die Versorgungslage ist gut“. Gleichwohl empfiehlt er, sorgsam mit Wasser umzugehen und „nicht in der Mittagshitze die Blumen zu wässern“.

Stephan Heckeroth, Betriebsleiter der Stadtwerke Rotenburg, gibt ebenfalls Entwarnung: „Wir haben keine Förderprobleme.“ Ohnehin könnte das Wasser, das heute in Rotenburg aus dem Wasserhahn fließt, aus einem Regenschauer von vor 90 Jahren stammen. So lange dauere es nämlich, bis das Wasser in die Tiefbrunnen 180 Meter unter der Erde versickere. „Wenn es mal nicht regnet, wirkt sich das also nicht so schnell auf das Grundwasser aus“. (ses/lh) 

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