Chiaki Toyama und Keigo Ibar sind Teil von „Kokubu"

Japanische Musiker trommeln in der Hersfelder Stadthalle

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Sie schlagen auf dem roten HZ-Sofa die Werbetrommel für ihre Show: Von links Leiter Chiaki Toyama und Trommler Keigo Ibar. Sie sind Teil von „Kokubu – The Drums of Japan“.

„Kokubu – The Drums of Japan“ wollen die Spiritualität Japans mit jedem Ton erlebbar machen. Am 17. März sind sie in der Bad Hersfelder Stadthalle zu Gast.

Insgesamt tritt das Ensemble mit Trommlen und Bambusflöten zwischen 21. Februar und 5. April in 40 deutschen Städten auf. Die Veranstaltung am Dienstag, 17. März, als Teil der „Into The Light“-Tour in der Stadthalle Bad Hersfeld beginnt um 20 Uhr.

Es ist bereits die zweite Tour von „Kokubu“ in Deutschland. „Die Deutschen schauen erst mal skeptisch, aber nach dem ersten Stück sind sie begeistert und am Ende stehen sie“, sagt Chiaki Toyama (55). Meister mit der Bambusflöte „Shakuhachi“ aus Osaka und Leiter der Gruppe. Ihre Stücke bestehen immer aus Trommel- und Flötenspiel. Bei einem gibt es Gesang und in diesem Jahr ist mit Masamitsu Takasaki ein Weltmeister des dreisaitigen Zupfinstruments „Tsugaru-shamisen“ dabei. Zu allen Stücken gibt es einführende Texte, in denen ihre spirituelle Bedeutung erklärt wird: Dazu gehören Themen wie Umwelt, Glück und das Zusammengehören von Körper und Geist.

Die drei Silben von „Kokubu“ haben je eine Bedeutung: Ko steht für die japanische Trommel, Ku steht sowohl für Tonleiter, als auch für Schrein, und Bu beschreibt den traditionellen japanischen Tanz. Toyama hat die Gruppe vor 21 Jahren gegründet. „Damals kamen in Japan viele Daiko-Gruppen auf“, sagt er. Diese bestehen aus Trommlern für den Rhythmus und Flötenspielern für die Melodie. O-Daiko sind dabei große Röhrentrommeln, von denen es drei in der Show gibt und die traditionell bei Schreinumzügen in Japan zum Einsatz kommen. Dort läuft in einer religiösen Zeremonie ein Trommler ganz vorn im Umzug und gibt mit einer Trommel den Takt vor, dahinter wird ein Heiligtum, der Schrein, von Männern getragen. „Das war der coolste Job, als Kind mit der Trommel den Takt vorzugeben“, erklärt Toyama. Später stieg er auf die Shakuhachi-Flöte um. „Beim Komponieren war es wichtig, das Melodieinstrument zu beherrschen“, erklärt er.

Dafür übt Toyama täglich fünf Stunden alleine und dreimal in der Woche drei bis fünf Stunden mit der Gruppe. „Wenn eine Tour bevorsteht, üben wir den Monat vorher jeden Tag“, sagt Toyama. Zu jeder Übung machen die Musiker Sport, um körperlich fit zu sein. „In den Übungsstunden ist es sehr streng, daher achten wir beim Sport darauf, dass alle Spaß haben“, sagt er. Auch eine gesunde Ernährung ist für die Musiker wichtig: Daher haben sie ein eigenes Reisfeld in Osaka. „Der Reis ist besser, weil es in den Bergen ist, wo es besseres Wasser gibt“, erklärt Toyama. Außer Toyama sind die 17 Gruppenmitglieder zwischen 19 und 29 Jahren alt. Es gibt 15 Trommler – eine Trommlerin tritt auch als Sängerin auf – und zwei Flötenspieler. Einer der Trommler ist Keigo Ibar (20). Er hat im Alter von fünf Jahren angefangen. „Es gab einen Workshop von Toyama im Kindergarten und der hat mich überzeugt“, erklärt er. Die Ausbildung von Musikern sei ein wichtiges Anliegen der Gruppe, betont Toyama. Dazu betreibt sie in Osaka ein Dojo, ein Gebäude, in dem die Musiker üben. 

Der Eintritt kostet je nach Kategorie zwischen 39,90 und 59,90 Euro. Kontakt: Kartenzentrale Bad Hersfeld: Am Markt 1, Telefon 0 662 1/640 200; Hersfelder Zeitung, Benno-Schilde-Platz 2, Telefon 0 66 21/161 168 (keine Reservierung möglich). 

Von Fabian Becker 

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