Eigene Regeln für private Parkflächen am Supermarkt

Knöllchengefahr beim Einkaufen: Fahrzeughalter bleibt straffrei

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Nur mit Parkscheibe: Wer sein Auto auf den Parkplätzen am Tegut (Foto) und am Obi an der Heinrich-von-Stephan-Straße in Bad Hersfeld einfach so abstellt, riskiert ein Knöllchen. 

Hersfeld-Rotenburg - Einkaufsmärkte wie Tegut, Obi oder Aldi in Bad Hersfeld verhängen auf ihren Kundenparkplätzen Knöllchen. Ein Gericht gab jetzt einer Autohalterin Recht. 

Wer auf den privaten Parkplatz eines Supermarktes fährt, sieht sich oft mit einer limitierten Parkzeit und dem Hinweis „Nur für Kunden“ konfrontiert. Das Landgericht Arnsberg (Nordrhein-Westfalen) gab nun in einem Urteil einer Autohalterin Recht, die Strafen für drei Parkvergehen nicht bezahlt hatte. Inklusive weiterer Kosten hatte sich der Streitwert auf 200 Euro summiert.

Seit April darf auf den Kundenparkplätzen am Obi-Baumarkt und am Tegut-Supermarkt an der Heinrich-von-Stephan-Straße in Bad Hersfeld nur noch mit Parkscheibe geparkt werden.

Die auf Parkplatzüberwachung spezialisierte Firma „fair parken GmbH“ aus Düsseldorf kontrolliert seitdem die beiden Parkplätze in der Kreisstadt und stellt bei Verstößen im Auftrag der Eigentümer Parksündern 19,90 Euro in Rechnung.

Mit Blick auf das Urteil des Landgerichts Arnsberg (Nordrhein-Westfalen), das nun einer Autohalterin Recht gegeben hat, die Strafen für drei Parkvergehen auf einem Supermarktparkplatz nicht bezahlt hatte, haben wir bei Obi, Tegut und „fair parken“ nachgefragt, was die neue Parkregelung gebracht hat.

„Unsere Erfahrungen sind positiv“, sagt Tobias Güntsch, Marktleiter des Hersfelder Obi-Baumarkts. „Immerhin ging es uns darum, gegen die Dauerparker vorzugehen, die sich auf unserem Kundenparkplatz breitgemacht hatten.“ Das sei gelungen.

Zwar hätten sich anfangs Kunden, die aus Gewohnheit ihr Auto ohne Parkscheibe abgestellt hatten und dann ein Knöllchen bekommen haben, beschwert. „Sie haben sich aber inzwischen daran gewöhnt“, sagt Götsch. Zudem lasse er bei Knöllchen für Kunden grundsätzlich Kulanz walten.

Ähnlich äußert sich auch Klaus Nüchter, der Filialgeschäftsführer des Tegut-Marktes in Bad Hersfeld. „Das Problem mit den Fremdparkern, das früher hier ein Riesenproblem war, ist seit Einführung der Parkscheibenregelung deutlich kleiner geworden“, sagt er zufrieden. Bei berechtigten Kundenbeschwerden wegen Strafzetteln „zeigen wir uns in der Regel sehr großzügig“.

Das zeigt auch ein Blick auf die Internetseite des Hersfelder Tegut-Marktes. Kunden, die offenbar beim Einkaufen einen Strafzettel erhalten haben, echauffieren sich dort in den Kommentarspalten. Kundenbetreuer von Tegut reagieren auf die Beschwerden beschwichtigend und bieten Kunden an, gegen Vorlage des Kassenbons die Zahlungsaufforderungen stornieren zu lassen. Klaus Nüchter sagt: „Wir wollen keine Kunden verärgern.“

Wie viele Knöllchen die Firma „fair parken“ in den vergangenen neun Monaten bereits verteilt hat, darüber wollte eine Firmensprecherin auf Nachfrage unserer Zeitung keine Auskunft geben. ses

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