Vereine haben mehr Interessenten als freie Grundstücke

Kleingärten liegen im Kreis Hersfeld-Rotenburg im Trend

Kleingärten sind im Trend. Das ist nicht nur in großen Städten so, sondern auch im ländlichen Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Ihr Feierabendbier: Norbert Willms, Egon Müller und Ernst Kunat (von links) in der Kleingartenanlage am Wendeberg.

Schon vor Beginn der Corona-Pandemie sei die Nachfrage gestiegen und seitdem habe es noch einmal einen kräftigen Ruck gegeben, erklärt Klaus Brehm, Vorsitzender der Kreisgruppe Bad Hersfeld der Kleingartenvereine.

In fast allen Anlagen seien die Gärten belegt, teilweise gebe es Wartelisten, bestätigen auch Vertreter mehrerer anderer Vereine. In Bebra hätten vor allem Familien Interesse an einem der 124 Gärten der Schrebergartenanlage Im Bilder, berichtet Vorstandsmitglied Andrea Reimer. Vor allem diejenigen, die in Mehrfamilienhäusern ohne eigenen Garten wohnten, freuten sich über ein eigenes Stück Land um Obst, Gemüse und Blumen anzubauen und Platz zum Spielen für die Kinder zu haben.

In den meisten Schrebergartenanlagen sind die Gartennutzer nicht nur jünger, sondern auch internationaler geworden. Das ist nicht nur in Bebra und dem Bad Hersfelder Stadtteil Hohe Luft so, wo traditionell schon seit Jahrzehnten Menschen aus vielen verschiedenen Ländern leben. „Wir haben viele Russlanddeutsche im Verein, aber auch Syrer, Türken und andere Nationalitäten“, erzählt Daniel Augustin, Vorsitzender des Schrebergartenvereins Hohe Luft. Die Nachfrage nach Kleingärten sei auch in Rotenburg groß, berichtet Willi Rack, der Vorsitzende des Kleingartenvereins. Alle Gärten, bis auf einen, seien belegt und der werde wohl die nächsten Tage auch verpachtet werden. „Es rufen viele Leute an.“ Die Anfragen kämen sowohl von jüngeren als auch von älteren Leuten, Familien und auch Alleinstehenden.

Mit einem gewissen Bedauern berichten die Vorstandsmitglieder, dass sich aber das Vereinleben in den vergangenen Jahren verändert habe. Die Neumitglieder beteiligten sich zwar an den geforderten Arbeitseinsätzen, nicht aber an Festen und anderen Gemeinschaftsaktionen, auch wenn sonst der nachbarschaftliche Umgang freundlich sei und die Kinder miteinander spielten.

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Rubriklistenbild: © Christine Zacharias

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