Zehn Jahre DRK-Stübchen

Kleiderschätze für jedermann beim Roten Kreuz

+
Geburtstagsrunde: Um das zehnjährige Bestehen des DRK-Kleiderstübchens in Bad Hersfeld zu feiern, hatten sich Helfer und Offizielle zusammengefunden.

Mäntel, Blusen, Hüte, Schuhe: Die Auswahl an gebrauchter Garderobe im DRK-Kleiderstübchen an der Benno-Schilde-Straße 13 in Bad Hersfeld ist groß.

Selbst Abendkleider werden ab und zu für den guten Zweck dort abgegeben und finden dann oft eine glückliche neue Besitzerin, wie die ehrenamtlichen Helferinnen berichten.

Seit zehn Jahren gibt es den Laden nun. Zu einer kleinen Geburtstagsfeier hatten der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Hersfeld, Frank Leyendecker, und der stellvertretende Vorsitzende, Reinhard E. Matthäi, am Donnerstagvormittag eingeladen. „Damals war unser Kleiderstübchen etwas Besonderes, inzwischen hat sich der Laden einen Namen gemacht und hat sogar eine elektrische Kasse“, erinnert Matthäi an den Beginn. Dass er anfangs skeptisch gewesen sei, gestand der Erste Stadtrat Gunter Grimm, „aber ich musste mich eines Besseren belehren lassen.“ Schließlich habe es am Bahnhof und im ehemaligen Buchcafé bereits ähnliche Einrichtungen gegeben. Ein Vorteil des DRK-Stübchens sei die zentrale Lage. Lob gab es von Grimm für die „Herzlichkeit und Freundlichkeit“ des Teams, auch er selbst habe schon ausrangierte Kleidungsstücke dort abgegeben.

Auch Accessoires gibt es im DRK-Kleiderstübchen. Eine Umkleidekabine steht für die Anprobe bereit.

Im Kleiderstübchen gibt es feste Preise, zum Beispiel drei Euro pro Bluse oder Hemd, sieben Euro kostet ein Mantel. Nur bei besonders hochwertigen Artikeln werden Ausnahmen gemacht, und der Preis fällt etwas höher aus. Erst vor Kurzem habe eine Frau einen ganzen Schwung Marken-Handtaschen gebracht, die dann aber auch alle schnell verkauft worden seien. Das Geld geht ans Deutsche Rote Kreuz. Auch heute gibt es übrigens noch 50 Prozent „Geburtstagsrabatt“ auf alle Artikel. Gut 110 Quadratmeter groß ist der Laden inklusive Lagerraum. Ein weiterer befindet sich im Keller, denn in der Regel kommt mehr rein, als raus geht. Aber: „Es wird nichts weggeworfen“, erklärt Angelika Deiseroth, die fast von Anfang an dabei ist. Für die Anprobe steht eine Umkleidekabine bereit. Und weil die acht engagierten Verkäuferinnen den Kunden auf Wunsch auch beratend zur Seite stehen, fühlen sich diese wie einem „normalen“ Laden.

„Wir haben einen relativ großen Kundenstamm“, sagt Jutta Holtzmann, die seit neun Jahren im Laden hilft. Bedürftige kämen ebenso wie Wohlhabende, wenngleich man bei der Einrichtung natürlich zuerst an sozial Schwache gedacht habe. Junge Leute seien oft auf der Suche nach Retro-Styles oder wollten nachhaltig einkaufen, auch für die Festspiele oder Festivals werde mitunter eingekauft. Ein besonderer Kundenwunsch waren Hochzeitskleider für Unterwasseraufnahmen. „Manche Leute kommen aber auch einfach, um sich zu unterhalten“, weiß Deiseroth.

Geöffnet: dienstags 10 bis 17.30 Uhr, mittwochs 10 bis 15 Uhr und donnerstags/freitags 10 bis 14 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare