Mit Fantasie nach vorne

Kirchenkreis Hersfeld: Herbstsynode diskutierte Pfarrstellenbudgetierung

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Durchaus mit Leidenschaft diskutiert wurde auf der Herbstsynode des Kirchenkreises Hersfeld, wie es nach der Budgetierung der Pfarrstellen und der Festlegung von Kooperationsräumen mit der kirchlichen Arbeit weitergehen soll – auf unserem Foto stehend Pfarrer Jörg Scheer aus Friedlos.

Bad Hersfeld. Mit Einsicht, allerdings auch mit Skepsis und Unmut aufgenommen wurde von der Herbstsynode des Kirchenkreises Hersfeld der Wechsel bei der Pfarrstellenbemessung.

Schon gleich zu Beginn hatte Pröpstin Sabine Kropf-Brandau als Vertreterin der Kirchenleitung betont: „Wir tun es nicht, weil es uns Spaß macht, sondern weil wir uns angesichts eines jährlichen Verlusts von 15 000 Mitgliedern neu aufstellen müssen. Wir brauchen Fantasie und Ideen, damit sich die Menschen neu für ihre, hoffentlich lebendige Kirche interessieren!“

In ein ähnliches Horn stieß Pfarrer Andreas Rohnke vom Landeskirchenamt, der die Altersstruktur der Kirchenmitglieder beleuchtete. Diese habe sich von einer „Pyramide“ zu einer „Pinie“ mit immer weniger Jüngeren und immer mehr, aber weniger Kirchensteuer zahlenden Älteren entwickelt. Nicht viel anders sehe es in den nächsten Jahren auch bei den Pfarrern aus, wo viele „Alte“ ihrer Pensionierung entgegensähen, aber nur wenige „Junge“ nachwüchsen. Auch das sei – trotz aller Sparzwänge – ein Problem, das bedacht werden müsse.

Bei der Diskussion des Pfarrstellenberechnungsmodells bemängelte Pfarrer Rainer Bätzing die „Kurzfristigkeit“ der Vorgehensweise. Demgegenüber betonte Pfarrer Bernd Seifert, dass es sinnvoll sei, „nicht so lange zu reden, bis die Ereignisse uns eingeholt haben“. Pfarrerin Elke Henning referierte eine Stellungnahme ihres Sohnes: „Die Kirche hat den Knall noch nicht gehört, den es schon längst getan hat!“ Pfarrer Jörg Scheer meinte: „Es muss und wird ein Bewusstseinswechsel stattfinden, und es wird darüber nachgedacht werden müssen, was ein Pfarrer leisten kann, und wo in Zukunft in Kooperationsräumen gedacht werden muss!“

Auf gutem Weg sah Dekan Dr. Frank Hofmann die Zusammenlegung der Kirchenkreise Hersfeld und Rotenburg. Intensiv sei vor allem an der Satzung des neuen Großkirchenkreises gearbeitet worden, der beiden Kreissynoden Ende März auf einer gemeinsamen Sitzung zur Beschlussfassung vorgelegt werde. Angeglichen worden seien zwischenzeitlich Details der beiden solide aufgestellten Haushalte.

Im Bereich Kinder- und Jugendarbeit wirke sich das Zusammengehen schon ab Januar positiv aus, da man bis dahin die Besetzung einer von der Landeskirche finanzierten Stelle für schulbezogene Kinder- und Jugendarbeit für Heringen und Obersuhl anstrebe. Den entsprechenden Grundsatzbeschluss fasste die Synode einstimmig.

Mit Blick auf den Hessentag verwies Hofmann darauf, dass sich vor wenigen Tagen eine kirchliche Steuerungsgruppe konstituiert habe. Dieser gehöre auch Pfarrerin Imke Leipold an, die für den Hessentag einen zusätzlichen landeskirchlichen Dienstauftrag im Umfang einer 25-Prozent-Stelle erhalten habe. Als Projektbeauftragte sei sie in der Region kirchliche Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um das kirchliche Hessentagsprogramm.

Einstimmig sprach sich die Synode dafür aus, den Ertrag der nächsten Diakoniesammlung der Wohnungslosenhilfe zukommen zu lassen, und die Landeskirche zu bitten, für drei weitere Jahre Finanzmittel für die Asylverfahrensberatung in der Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Alheimer-Kaserne zur Verfügung zu stellen. (apl) 

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