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Kerzen für die Corona-Opfer: Mahnwache vor der Stadtkirche in Bad Hersfeld

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Von: Nadine Meier-Maaz

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Das Bild zeigt Helferin Elke Lapp mit einer Kerze in der Hand. Im Hintergrund sind zahlreiche weitere Menschen mit Kerzen auf dem Kirchplatz zu sehen.
Mahnwache vor der Bad Hersfelder Stadtkirche: Helferin Elke Lapp mit einer von rund 200 Kerzen. © Nadine Meier-Maaz

Über 200 Menschen haben sich am Montagabend an der bewusst kurzen Corona-Mahnwache vor der evangelischen Stadtkirche in Bad Hersfeld beteiligt.

Bad Hersfeld- Zu der gemeinsamen Solidaritätsaktion hatten die evangelische Auferstehungs-, die Stadt- und Johanneskirchengemeinde sowie SPD, CDU, Grüne, FDP, UBH und FWG im Stadtparlament aufgerufen. Gemeinsam wollte man der Opfer und Betroffenen der Corona-Pandemie gedenken und für ein friedliches Miteinander werben. Auf Plakate und Parolen wurde bewusst verzichtet.

Die rund 200 Kerzen, die das Team rund um die Hauptorganisatoren, Pfarrer Frank Nico Jaeger und Pfarrerin Dr. Ann-Cathrin Fiß, bereitgelegt hatten, waren schnell vergriffen. Auf dem Kirchplatz galt Maskenpflicht und alle wurden gebeten, Abstand zu fremden Haushalten zu halten.

Nach einer kurzen Ansprache läuteten die Glocken für zehn Minuten, anschließend erklang live „Amazing Grace“.

Das Bild zeigt Pfarrer Frank Nico Jaeger und Pfarrerin Dr. Ann-Cathrin Fiß mit Kerzen in der Hand.
Mahnwache vor der evangelischen Stadtkirche in Bad Hersfeld: Pfarrer Frank Nico Jaeger und Pfarrerin Dr. Ann-Cathrin Fiß hatten die Gemeinschaftskation federführend organisiert. © Nadine Meier-Maaz

Parallel zu der Gedenkveranstaltung vor der Stadtkirche zogen erneut um die 300 „Montagsspaziergänger“ durch die Innenstadt, die an den Corona-Maßnahmen Kritik üben. Sie wurden wie gehabt von einem großen Aufgebot an Polizisten begleitet.

In einer gemeinsamen Erklärung haben alle im Bad Hersfelder Stadtparlament vertretenen Parteien die Bürger unterdessen dazu aufgefordert, den montäglichen „Spaziergängen“ der Gegner der Corona-Maßnahmen fernzubleiben. Das Versammlungsrecht sei zwar ein wichtiges Grundrecht. Wer allerdings Versammlungen ohne rechtliche Grundlage und ohne Verantwortliche Woche für Woche organisiere, trete dieses Grundrecht mit Füßen.

„Hinter den schweigenden, unangemeldeten Demonstrationen stehen Parolen einer lautstarken Minderheit, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt bewusst gefährden will. Es kann nicht akzeptiert werden, dass die gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen zur Eindämmung des Coronavirus durch das verantwortungslose Handeln einer Minderheit schlecht geredet werden“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von SPD, CDU, Grünen, FDP, FWG, UBH und Linken, die am 10. Februar im Stadtparlament verabschiedet werden soll und die der HZ vorliegt.

Die Initiatoren der Corona-Proteste nutzten die Pandemie als Vorwand, um Unruhe zu stiften, die Demokratie zu gefährden und die Gesellschaft zu spalten. Eine Gemeinschaft mit im Verborgenen bleibenden Organisatoren, die gezielt das Versammlungsrecht umgehen und ihre Identität verschleiern, führe nicht zur Diskussion und Gemeinschaft. „Eine Solidarisierung mit solchen Gruppen birgt die Gefahr, sich mit Personen, Gruppierungen oder Zielen gleich zu machen und zu Instrumenten gefährlicher Strömungen zu werden“, heißt es in der Erklärung der Fraktionen weiter.

Sie fordern die Bürger zum friedlichen und offenen Miteinander auf und danken den Ordnungskräften und der Polizei für ihren Einsatz bei den Kundgebungen. (nm/kai)

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