ZWISCHEN DEN ZEILEN

Kein Kater, dafür ein neuer Kollege

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Bad Hersfeld - Normalerweise wären am Freitag die Festspiele eröffnet worden und ich wäre an diesem Samstag vermutlich todmüde und hätte wahrscheinlich auch einen dicken Kopf.

Vermutlich hätte ich mal wieder nicht der Einladung der netten Festspiel-Pressesprecherin Monika Liegmann widerstehen können und noch ein „Sektchen oder Weinchen“ getrunken ...

Aber in diesem Jahr ist alles anders. Leider! Keine Premiere, keine Party, kein roter Teppich. Schade! Trotzdem will unsere Zeitung die Festspiele fest im Bewusstsein halten, weshalb wir täglich an besondere „Festspiel-Momente“ erinnern. Denn wir wissen, wie wichtig unsere Bad Hersfelder Festspiele für diese Stadt, für die ganze Region – und natürlich auch für unsere Zeitung – sind!

Ich durfte für die HZ-Serie in der vergangenen Woche mit Helen Schneider telefonieren, die wir hier wohl alle gleichermaßen verehren. Helen lebt inzwischen in Hamburg und arbeitet dort als Schauspiellehrerin. Mehr wollen wir noch nicht verraten. Alles Weitere lesen Sie demnächst in ihrer HZ.

Herzlich willkommen sagen wir zu Matthias Glotz, der ab 1. Juli der neue städtische Fachbereichsleiter für Stadtmarketing in Bad Hersfeld wird und zugleich Kurdirektor der Kreisstadt ist. Wir werden den Kollegen, der auch für uns als Journalisten ein zentraler Ansprechpartner sein wird, wohl in der kommenden Woche auch persönlich kennenlernen. Er hat einen wichtigen Job, er kann viel gestalten, aber er muss sich dabei auch mit vielen Interessenvertretern in Stadt und Region auseinandersetzten. Das wird sicher nicht immer leicht, denn die Interessen der Beteiligten sind durchaus unterschiedlich. Aber Herr Glotz ist ein gestandener Kollege, der viel Erfahrung mitbringt. Deshalb freuen wir uns auf eine vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit.

Als gebürtigem West-Berliner liegt mir die Gedenkstätte Point Alpha sehr am Herzen. Ich finde es wichtig, die Erinnerung an den Wahnsinn der deutschen Teilung wach zu halten. Der 3. Oktober, an dem sich in diesem Jahr die Deutsche Einheit zum 30. Mal jährt, ist dabei natürlich ein zentrales Datum.

Deshalb hat Point Alpha auch sehr frühzeitig ihren diesjährigen Festredner angekündigt: Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der zugleich ein profunder Kenner der US-Politik ist. Ob sich Point Alpha aber mit diesem Redner zu dieser Zeit einen Gefallen tut, darf zumindest bezweifelt werden. Denn der Graf aus Bayern wird derzeit in einem Atemzug mit den CDU-Shootingstar Philip Amthor genannt, der wegen Lobbyismus für ein konservatives US- Netzwerk namens Augustus Intelligence in der Kritik steht für das auch Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen Medienberichte zufolge arbeiten soll. Eine personell etwas schwierige Melange. Hoffen wir mal, dass es Point Alpha nicht schadet.

Wenn deutschlandweit über Bad Hersfeld berichtet wird und nicht die Festspiele „schuld“ sind, geht es in der Regel um Amazon. Nach Spiegel-Online haben in den vergangenen Tagen auch die FAZ und die Berliner Zeitung das Thema Amazon und Corona aufgegriffen. 

Neues war in den Artikeln kaum zu lesen, die Fakten bleiben dünn, Informanten anonym. Inzwischen hat der Betriebsratsvorsitzende Alexander Hähnel eine mögliche Klage auf Nachfrage unserer Zeitung aber bestätigt. Der Betriebsrat vermisst in erster Linie konkrete Informationen zu den Infektionszahlen. 

Wenn es bis dahin keine Einigung gebe, sehe man sich am 13. Juli deshalb vor dem Arbeitsgericht in Fulda, berichtete Hähnel am Freitagabend. Amazons Sprecher hatte zuletzt erneut betont, dass die Standortleitung den Betriebsrat weiterhin über alle wichtigen Entwicklungen informiere, ebenso wie man weiter engen Kontakt mit dem Gesundheitsamt pflege. Auch am kleineren Eichhof-Standort gilt für die Beschäftigten mittlerweile Maskenpflicht.

Wie klein die weite Welt oft ist, zeigt unsere Auswanderer-Serie Schon im Gespräch mit meiner Kollegin Nadine Maaz hatte Sabine Emmerich, die in Bad Hersfeld aufgewachsen ist und seit neun Jahren auf Sansibar lebt und arbeitet, von einer Begegnung mit einer Urlauberin aus Philippsthal erzählt, der sie einst geholfen habe, als diese auf Sansibar ins Krankenhaus musste.

Genau die und ihr Mann hatten nun den Artikel gelesen (in dem die Begegnung aus Platzgründen gar nicht erwähnt worden war) und umgehend um „Vermittlung“ für ein zweites Dankeschön gebeten. Kurz vor Emmerichs Rückreise verabredeten sich die Paare noch auf ein Bier. Was für ein interessantes Wiedersehen!

Die weite Welt und wir hier vor Ort in unserer heimeligen Region – das ist unsere Heimat, hier sind wir Zuhaus.

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