Kein Fördergeld für Osthessen-Cluster

Bad Hersfeld und Partnerkommunen scheitern bei Wettbewerb als Smart-City-Modellregion

Bad Hersfeld und die Region sind auch in der zweiten Bewerbungsstaffel um Fördermittel für Smart-City Modellprojekte des Bundesinnenministeriums (BMI) gescheitert.

Hersfeld-Rotenburg – Diesmal hatte sich die Kreisstadt zusammen mit Ludwigsau, Fulda, Neuhof und Burghaun mit dem Projekt „Osthessen-Cluster“ beworben, mit dem die interkommunale Zusammenarbeit bei der Digitalisierung vorangetrieben werden sollte (wir berichteten).

Wie das BMI jetzt mitteilte, hatten sich insgesamt 86 Städte, Kreise und Gemeinden beworben, 32 davon wurden als Modellprojekte ausgesucht. Aus Hessen sind Kassel, Eichenzell und Darmstadt dabei. Über die Gründe des Votums der elfköpfigen Jury unter Vorsitz von Bau-Staatssekretärin Anne Katrin Bohle, der auch Vertreter der Wissenschaft, der Politik und der kommunalen Spitzenverbände angehörten, wurden keine Angaben gemacht.

Mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“ sieht Ludwigsaus Bürgermeister Wilfried Hagemann das Scheitern der Bewerbung, die „zum Wohl des Bürgers und zum Nutzen der Region“ gewesen wäre. Seine Gemeinde hatte sich Hoffnungen auf die Ansiedlung eines „Smart Region Lab“ im Unternehmenspark Bad Hersfeld/Ludwigsau (früher Mecklar/Meckbach) gemacht. Von dort aus hätten dann die Aktivitäten des Osthessen-Clusters gesteuert werden sollen. „Diese Innovation geht uns nun leider verloren, andererseits bleibt uns aber auch mehr Freiraum für andere laufende Projekte“, sagt Hagemann. Gerade im Landkreis Fulda habe man starke Partner bei der Bewerbung gehabt, „wir werden weiter am Vorantreiben der Digitalisierung arbeiten“.

Die Stadt Bad Hersfeld nimmt die Jury-Entscheidung sportlich und gratuliert den hessischen Wettbewerbsteilnehmern zu ihrem Erfolg. Man freue sich, dass die Region mit Kassel und Eichenzell zumindest an zwei Standorten von dem herausragenden Förderprogramm profitiere, erklärte Bürgermeister Thomas Fehling auf Anfrage unserer Zeitung.

In einem Brief an die am „Osthessen-Cluster“ beteiligten Kommunen und Unternehmen hatte Thomas Fehling sich für die sehr konstruktive Zusammenarbeit bedankt. Inwieweit einige in der Bewerbung entwickelten Projektideen auch ohne die Wettbewerbsmittel umgesetzt werden könnten, müsse man prüfen. Fehling kündigte an, die laufenden Digitalisierungs-Aktivitäten in Bad Hersfeld mit großen Engagement weiterzuverfolgen.

Enttäuscht zeigte sich die Stadt, dass es keine nähere Begründung zum Jury-Votum gebe. Wie auch im Vorjahr, als sich Bad Hersfeld bereits einmal beworben hatte (wir berichteten), verweise das BMI darauf, dass individuelle Rückfragen zu den Bewerbungen nicht beantwortet werden. (Kai A. Struthoff)

Rubriklistenbild: © dpa-avis

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare