Günstige Sozialprognose für 34-Jährigen

Kein Beweis für Handel: Prügelopfer aus Hersfeld wegen Drogenbesitzes verurteilt

Zu einer Bewährungsstrafe wegen des Besitzes von Drogen in nicht geringer Menge ist ein 34-Jähriger aus Bad Hersfeld  vom Schöffengericht in der Kreisstadt verurteilt worden.

Ursprünglich war der Mann auch wegen Handelns mit Betäubungsmitteln angeklagt, dieser Vorwurf ließ sich letztlich aber nicht zweifelsfrei beweisen.

Bei dem Mann, dessen Wohnung nach einem anonymen Hinweis von der Polizei observiert worden war, waren Marihuana, Cannabisharz und Methadon gefunden worden. Methadon wird eigentlich als Ersatzstoff für zum Beispiel Heroinabhängige verwendet. Den Besitz räumte der Angeklagte auch ein – und zwar mit der Begründung, dass die Betäubungsmittel dazu gedient hätten, Schmerzen und Ängste zu lindern und um besser schlafen zu können.

Bei dem Angeklagten handelte es sich nämlich um das Opfer der Prügelattacke in einem Hersfelder Friseursalon. Hatte er als Zeuge bei dem Prozess in dieser Sache noch geschwiegen und lediglich von einer Beule am Kopf gesprochen, berichtete er nun, über mehrere Monate unter körperlichen und psychischen Schmerzen gelitten zu haben. Die größeren Mengen erklärte der Angeklagte mit Rabatten beim Kauf.

Der 34-Jährige hat eine offenbar bewegte Vergangenheit und eine ganze Reihe an Straftaten zwischen 2000 und 2012 vorzuweisen, der Fall jetzt ist laut Verteidiger aber eben „kein Ergebnis seiner kriminellen Energie“.

Mit der günstigen Sozialprognose und Blick auf die Arbeitsstelle und Familie des Angeklagten begründete Richterin Silvia Reidt schließlich auch das Urteil. Die Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten wurde zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Zudem muss der 34-Jährige 500 Euro an einen gemeinnützigen Verein zahlen und die Verfahrenskosten tragen. In seiner Wohnung sichergestellte Utensilien wie eine Feinwaage werden eingezogen. „Danke schön“, lauteten die letzten Worte des Mannes. (nm)

Rubriklistenbild: © David-Wolfgang Ebener/dpa

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