BAD HERSFELDER FESTSPIELE

Unterhaltsames Familienkonzert „Karneval der Tiere“ in der Stiftsruine

Das Bild zeigt die Musikerinnen und Musiker des Orchesters der Bad Hersfelder Festspiele unter der Leitung von Christoph Wohlleben. Im Hintergrund die Solisten Franziska und Florian Glemser.
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Ließen den Karneval der Tiere mit Klängen lebendig werden: Die Musikerinnen und Musiker des Orchesters der Bad Hersfelder Festspiele unter der Leitung von Christoph Wohlleben. Im Hintergrund die Solisten Franziska und Florian Glemser.

Der „Karnevals der Tiere“ von Camille Saint-Saëns wurde im Rahmenprogramm der Bad Hersfelder Festspiele in der Stiftruine gezeigt.

Bad Hersfeld – Einmal jemand anderes sein, sich ein schillerndes Gewand überwerfen, in eine fremde Rolle schlüpfen und einen Traum Wirklichkeit werden lassen – wer hätte da mehr Spaß dran als Kinder? Fasziniert verfolgten hunderte von Jungen und Mädchen mit ihren Müttern und Vätern, Omas und Opas beim Familienkonzert im Rahmenprogramm der Bad Hersfelder Festspiele das bunte Panoptikum des „Karnevals der Tiere“ von Camille Saint-Saëns, das Hannes Hellmann mit den Versen von Michael Quast in ihren Köpfen entstehen ließ.

Da waren Enten in Löwenkostümen, Frösche, die als wilde Esel auftraten, Ameisen, die zu Zehntausenden einen Schildkrötenpanzer trugen, tollkühne Mäuse, die in Taucheranzügen ein Wasserballett zum Besten gaben, ein Mops in Rüschenhemd und Samthose, ein sächsisch streitendes Nilpferd und ein Kamel, die den Tanz der Kolibris aufführten und das Schwein, in „schimmernder Schauerlichkeit als schwingender Schneewalzerschwan.“

All diese skurrilen Tiergestalten und noch viele mehr ließ Hannes Hellmann, der zurzeit im „Club der toten Dichter“ den gestrengen Schulleiter Paul Nolan spielt, mit sonorer Stimme in wechselnden Rollen lebendig werden, dazu den Dirigenten Horst Hummer und die Eule, die fast jede Nummer mit der Feststellung kommentiert, das habe sie ja nun wirklich noch nie gesehen.

Bei aller Schwärmerei über die Sprachkunst des Hannes Hellmann darf aber natürlich das Orchester der Bad Hersfelder Festspiele unter der Leitung von Christoph Wohlleben nicht vergessen werden, das mit Spielfreude und technischem Können all diese kuriosen Nummern musikalisch gestaltete. Wohlleben dirigierte mit großer Geste und viel Gefühl, Franziska und Florian Glemser ließen ihre Finger über Tasten von zwei Flügeln flitzen, um zum Beispiel den Froschgalopp oder den schwerfälligen Auftritt der Kuh als Elefant musikalisch darzustellen. Und so schön absichtlich falsch zu spielen wie der Tausendfüßler, der gesteht, nicht genug geübt zu haben, das muss erst mal gekonnt sein.

Alles in allem ein höchst vergnüglicher Nachmittag, an dem die Erwachsenen mindestens ebenso viel Freude hatten wie die Kinder und das mit lang anhaltendem Beifall, Trampeln und Standing Ovations kundtaten. Zum gefühlvollen Abschluss spielte das Orchester noch „Claire de Lune“ von Claude Debussy und entließ die Besucher in einen sonnigen Nachmittag mit vielen bunten Bildern im Kopf.

Den Karneval der Tiere hatten einige junge Konzertbesucher zum Anlass genommen, ihrerseits kostümiert zu erscheinen – mit Zauberumhang, Batman-Kostüm und glitzerndem Prinzessinnengewand. (Christine Zacharias)

Unterhaltsames Familienkonzert mit dem „Karneval der Tiere“

Der Schauspieler Hannes Hellmann und das Orchester der Bad Hersfelder Festspiele gestalteten das Familienkonzert.
Der Schauspieler Hannes Hellmann und das Orchester der Bad Hersfelder Festspiele gestalteten das Familienkonzert.
Der Schauspieler Hannes Hellmann und das Orchester der Bad Hersfelder Festspiele gestalteten das Familienkonzert.
Der Schauspieler Hannes Hellmann und das Orchester der Bad Hersfelder Festspiele gestalteten das Familienkonzert.
Unterhaltsames Familienkonzert mit dem „Karneval der Tiere“

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