Stadt sucht nach Lösungen

Das Kapital der Stiftung Hospital schmilzt

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Die Stiftung Hospital bietet nicht nur günstigen Wohnraum, sondern auch Zuwendung und Betreuung durch die ehrenamtlichen Helfer, die „Gemeinsam gegen Armut und Einsamkeit“ engagieren.

Bad Hersfeld. Die Stiftung Hospital in Bad Hersfeld besteht seit dem Jahr 1239 und ist damit einer der ältesten im Lande. Aktuell droht ihr allerdings das Aus.

Noch etwa sieben Jahre reicht das liquide Stiftungskapital, aus dem alljährlich 100 000 Euro zur Deckung der Aktivitäten entnommen werden. Fehlende Zinseinnahmen sind der Hauptgrund für die absehbare Finanznot.

Das ist die Situation, die Bürgermeister Thomas Fehling als Vorsitzender des Stifttungsvorstands jetzt den städtischen Gremien darlegte. „Dabei war die Stiftung früher einmal so reich, dass sie der Stadt Kredit geben konnte“, beschreibt Fehling die prekäre Lage.

Die von Abt Ludwig I. gegründete Stiftung ist Eigentümer der Hospitalkapelle am Johannestor mit den angrenzenden Wohnungen, das gleichnamige Altenzentrum gehört jedoch nicht dazu. Auch das Senioren-Wohnstift in der Dresdener Straße im Stadtteil Hohe Luft ist Bestandteil der Stiftung, deren Zweck es ist, älteren Menschen Hilfe und und Unterstützung zu gewähren. So wird in den vorhandenen Immobilien beispielsweise günstiger Wohnraum vermietet – unterhalb der Betriebskosten.

Dass die Stadt Jahr für Jahr draufzahlt, werde bewusst in Kauf genommen, sagt Fehling und verweist zudem auf eine „tolle Betreuung“, die von den zuständigen Mitarbeitern geleistet werde.

Gemeinsam gegen Armut und Einsamkeit

Diese kümmern sich auch um einen zweiten Bereich, die Aktion „Gemeinsam gegen Armut und Einsamkeit“. Hier engagieren sich aktuell 17 ehrenamtliche Kräfte, die älteren Menschen bei Bedarf Gesellschaft leisten, sie bei Spaziergängen begleiten oder für sie Besorgungen erledigen. Koordiniert werden diese Dienste von Annika Sauer und Ilona Stahl von der Stadtverwaltung.

Die finanziellen Probleme der Stiftung erklärt der Bürgermeister auch mit einem veränderten gesellschaftlichen Verhalten. „Früher ist es immer wieder vorgekommen, dass Nachlässe von Personen ohne Nachkommen wohltätigen Zwecken, also auch der Stiftung zu Gute kamen. Das ist heute leider nicht mehr üblich.“ Dabei sei die Stiftung auf die Zuwendungen namhafter Beträge angewiesen, macht Fehling deutlich. Zwar seien auch kleine Spenden willkommen, würden aber das generelle Finanzierungsproblem nicht lösen.

Seit zwei, drei Jahren schon sucht der Vorstand nach einer Lösung. Ab sofort darf sich auch die Stadtpolitik Gedanken machen.

Von Karl Schönholtz

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