Fachbereichsleiterin bei der Stadt Bad Hersfeld

Jutta Hendler: „Ich will auch Kritik hören“

Viele Angebote, viele Aufgaben: Jutta Hendler ist Leiterin des Fachdienstes Generationen der Stadt Bad Hersfeld und zuständig für Kindergärten, Jugendarbeit, das Mehrgenerationenhaus und die Seniorenarbeit. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Seit einem Jahr leitet Jutta Hendler den Fachbereich Generationen bei der Stadt Bad Hersfeld. 

Sich weiterentwickeln, etwas Neues machen, etwas dazulernen – das war immer Jutta Hendlers Motivation für berufliche Veränderungen. „Neue Aufgaben reizen mich“ sagt sie. „Und ich übernehme gerne Verantwortung.“ Beste Voraussetzungen also für die Leitung des Fachbereichs Generationen.

Dass mit dem Leitungsposten auch ein Karrieresprung verbunden war, freut sie, war aber nicht ihre Motivation. Wichtiger ist ihr das Gefühl, von den Kollegen und Mitarbeitern anerkannt zu werden.

Mit 160 Mitarbeitern ist der Fachbereich Generationen der größte Bereich der Stadt. Jutta Hendler ist verantwortlich für derzeit noch 13 und bald 14 Kindertagesstätten, die Stadtjugendpflege mit den Standorten Jugendhaus und Begegnungsstätte Helfersgrund, das Mehrgenerationenhaus Dippelmühle, die Seniorenarbeit der Stadt, zu der auch ein betreutes Wohnen, alle 70 Plus-Veranstaltungen, die allgemeine Seniorenarbeit und eine Stiftung gehören und neuerdings auch für den Bereich Sport, also sowohl die Zusammenarbeit mit den Sportvereinen als auch die Sportstätten.

Prioritäten setzen

Bei so vielen verschiedenen Aufgaben könnte man leicht den Überblick verlieren „Das geht nur, wenn man Prioritäten setzt und klar macht, dass manches nicht sofort erledigt werden kann“, sagt Jutta Hendler. Im Bereich Sport habe zum Beispiel gerade das neue Stadion Priorität.

Ansonsten versucht sie, die Arbeit gerecht zu verteilen, zu bündeln und die gegenseitige Unterstützung der Mitarbeiter zu organisieren. So wird in den Kindertagesstätten jetzt Supervision Standard und es werden Notfall- und Betreuungspläne erstellt, in denen zum Beispiel ganz genau festgelegt wird, was getan wird, wenn Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter plötzlich ausfallen.

Neben der Organisation des Alltags kommen auch immer neue Aufgaben auf die Leiterin des Fachbereichs Generationen zu. So gibt es jetzt in Bad Hersfeld zwei Familienzentren geben, die in der Dippelmühle und im Helfersgrund angesiedelt sind und für die Konzepte entwickelt werden müssen.

Wichtig ist es Jutta Hendler, mit anderen zusammenzuarbeiten und zu sehen, welche Angebote und Fähigkeiten anderer Anbieter auch für ihren Fachbereich genutzt werden können. Bei dem Leihgroßelternprojekt, das sie jetzt zum Laufen bringen will, arbeitet sie zum Beispiel mit dem Projekt „Hand in Hand“ des Kreises und des Sozialdienstes Katholischer Frauen zusammen.

„Ich bin zwar eine Macherin, aber ich kann nicht alles alleine machen“, sagt Hendler. Sie denke nicht in Konkurrenzen sondern setzt auf Kooperation. „Vertrauen und Wertschätzung sind mir ganz wichtig“, betont die Sozialarbeiterin. Das gelte auch im Umgang mit den Mitarbeitern. „Ich will auch Kritik hören“, wünscht sie sich. Und wenn es Konflikte gibt, hört sie beide Seiten an. Die Mitarbeiter sollen gerne zur Arbeit kommen und sie als sinnvoll erleben, ist eines ihrer Ziele. Deshalb will sie Angebote wie Achtsamkeitstraining, Progressive Muskelentspannung oder Aqua Fitness etablieren.

Viele Jahre hat Jutta Hendler sich mit großem Engagement für Mädchenarbeit eingesetzt. Heute achtet sie darauf, dass Angebote, zum Beispiel in der Jugendarbeit, für Jungen und für Mädchen gemacht werden. „Meinen Gender-Blick habe ich behalten“, sagt sie.

Zur Person 

Jutta Hendler hat in Bad Hersfeld schon Vieles gemacht. Die aus Fulda stammende Sozialpädagogin hat ihr Anerkennungsjahr bei der Bewährungshilfe in Bad Hersfeld geleistet und danach viele Jahre im Jugendhaus bei der Stadtjugendpflege gearbeitet. Sie war Frauenbeauftragte der Stadt, als BEM-Beauftragte zuständig für das betriebliche Eingliederungs-Management, hat das Mehrgenerationenhaus geleitet und dabei immer auch eigene Projekte wie das Café ohne Grenzen oder Arbeit an den Schulen weiterverfolgt. Seit April 1990 ist Jutta Hendler bei der Stadt beschäftigt. Die 54-Jährige lebt in einer Beziehung sowie mit Hund und Katze in Buchenau. Sie hat zwei erwachsene Kinder und verbringt ihre freie Zeit gerne in der Natur. Sie ist Trainerin im Sportverein und liebt es zu verreisen, gerne an immer neue Orte. (zac)

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