Bad Hersfeld liest ein Buch

Jury gegen drohende Absage von Literaturaktion

Dr. Thomas Handke (SPD),Jury-Vorsitzender

Die Jury der Aktion "Bad Hersfeld liest ein Buch" kritisiert eine Magistratsvorlage zur Absage der Veranstaltung.

Völlig überrascht hat die Jury der Literatur-Aktion „Bad Hersfeld liest ein Buch“ die drohende Absage der diesjährigen Veranstaltungsreihe zur Kenntnis genommen. „Wir wollen doch die Kultur in dieser Stadt nicht ganz abschaffen“, kritisierte der Jury-Vorsitzende, der SPD-Stadtverordnete Dr. Thomas Handke, eine entsprechende Vorlage für die heutige Sitzung des Magistrats und nahm damit auch Bezug auf den wegen der Corona-Krise bereits beschlossenen Verzicht auf das komplette Programm der Bad Hersfelder Festspiele.

In der Magistratsvorlage, die unserer Zeitung vorliegt, wird eine Absage von „Bad Hersfeld liest ein Buch“ ebenfalls mit der Pandemie begründet. Die Zielgruppe von Lesungen und Schulveranstaltungen sei die Risikogruppe der älteren Menschen, die durch das Virus besonders gefährdet sind.

„Dieses Thema haben wir bereits bei unserer letzten Jury-Sitzung besprochen und waren uns einig, dass die Aktion 2020 nicht wie üblich ablaufen kann. Stattdessen sind smarte Ideen gefragt, die den ausgewählten Buchtitel interessierten Lesern näher bringen. Gerade für die jetzt oft isoliert lebenden älteren Menschen wollen wir Programm anbieten“, erläuterte Dr. Handke die Überlegungen des Auswahlgremiums. Auch sei eine Mitwirkung der Festspiele denkbar. Von Seiten der Stadt sei die Jury jedoch weder befragt noch informiert worden. Diese Vorgehensweise haben auch andere Jury-Mitglieder als befremdlich empfunden.

Um in Bad Hersfeld in der zweiten Jahreshälfte nicht gänzlich ohne kulturelle Angebote dazustehen, plädieren Handke & Co. an den Magistrat, der Absage eine Absage zu erteilen.

Der für dieses Jahr ausgewählte Titel für „Bad Hersfeld liest ein Buch“ soll dann zeitnah bekannt gegeben werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare