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Jugendarbeiter mit Herz - Bady Buhle hat seine Berufung gefunden

Bady Buhle ist durch seine Arbeit im Bad Hersfelder Jugendhaus eine Vertrauensperson und ein Ansprechpartner für viele Kinder und Jugendliche. Auf dem Bild ist er mit dem Bus der Stadtjungendpflege zu sehen, auf den er und seine Kollegen sehr stolz sind.
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Arbeitet seit vielen Jahren mit Jugendlichen: Bady Buhle ist durch seine Arbeit im Bad Hersfelder Jugendhaus eine Vertrauensperson und ein Ansprechpartner für viele Kinder und Jugendliche. Auf dem Bild ist er mit dem Bus der Stadtjungendpflege zu sehen, auf den er und seine Kollegen sehr stolz sind.

Bady Buhle ist durch seine Arbeit im Bad Hersfelder Jugendhaus eine Vertrauensperson und ein Ansprechpartner für viele Kinder und Jugendliche. Für ihn ist die Arbeit bei der Stadtjugendpflege seine Berufung.

Schon als Jugendlicher im Internat gefiel Bady Buhle (42) der Beruf des Betreuers. Und auch das Leben mit mehreren jüngeren Geschwistern hatte wohl einen Einfluss auf seine Berufswahl. Beim Vorpraktikum im Kindergarten entdeckte er den Spaß an der Arbeit mit Kindern – und fand seinen Traumjob schließlich im Jugendhaus in Bad Hersfeld. Besonders reizte ihn damals wie heute die Herausforderung, dass nicht jeder Tag gleich ist. „Der Job bei der Stadtjugendpflege ist für mich eine Berufung“, erzählt der eingefleischte Hersfelder.

Das Kinder- und Jugendhaus an der Dipplstraße ist geöffnet für alle zwischen sechs und 27 Jahren, doch die meisten besuchen das Haus das letzte Mal aktiv mit 16 oder 17. Mit ein paar „Ehemaligen“ hat er noch aber auch heute noch Kontakt und erfreut sich an den kleinen Mitbringseln und Geschenken, die sich über die Jahre im „Juze“ angesammelt haben.

Die Besucher kommen aus allen sozialen Schichten, erzählt der Erzieher. Wenn ein Ausflug nicht für alle erschwinglich ist, werde dafür gesorgt, dass alle mitfahren können.

Bei seiner Tätigkeit sei Authentizität das Wichtigste. Er könne nicht unter der Woche erklären, wie gefährlich Alkoholkonsum ist und dann am Wochenende in Bars gesehen werden. Dennoch pflege er immer ein freundschaftliches Verhältnis zu den Jugendlichen. Die größte Bestätigung von Seiten der Kinder sei für ihn, wenn sie wieder kommen und ihm vertrauen, das sei essenziell.

Die Arbeit habe sich stark verändert über die Jahre, doch grade das finde er interessant. Während es früher häufiger um körperliche Auseinandersetzungen ginge, seien heute Themen wie der Druck des Dazugehörens präsent. „Wenn zum Beispiel einer 12-Jährigen kurzzeitig über das Handy die Freundschaft gekündigt wird, dann ist das in diesem Moment ein Weltuntergang. Solange ich von solchen Problemen nicht genervt bin, will ich den Beruf weitermachen“, erklärt er lachend.

Zudem müsse alles schneller organisiert werden als früher. Während Breakdance damals mehrere Jahre gefragt war, seien Trends wie das Waveboard nach einem Monat wieder vom Tisch gewesen. „Da muss man dann entsprechend schnell reagieren“, meint er.

Eine Herausforderung stellten die diesjährigen Ferienspiele, die etwa aus einem Tag im Kletterpark bestanden, mit Sicherheit dar. Nur ein Zehntel der sonst üblichen Kinder durfte wegen des Coronavirus teilnehmen. Doch der 42-Jährige, der sich selbst als Berufsjugendlichen bezeichnet, sieht es positiv: „Man kann sich viel individueller mit den Kindern beschäftigen.“

Um sich an das Thema Corona vorsichtig heranzutasten, eröffnete er das erste Treffen der dreiwöchigen Ferienspiele mit einer kleinen Erzählrunde über die Masken der Kinder. Doch mehr als ein Schulterzucken und eine kurze Antwort, dass sie beispielsweise von Mama oder Oma genäht wurde, bekam er häufig nicht. Die Kinder seien auch sonst wie selbstverständlich mit den Hygieneregeln umgegangen.

Doch auch während des Lockdowns standen die Mitarbeiter mit den Kindern in Kontakt, zum Beispiel durch selbstgedrehte Tanzvideos, Backvideos und Basteltipps. Sie blieben auch weiter eine Anlaufstelle für allerlei Probleme im Alltag.

Und auch wenn die Arbeitszeiten aktuell schöner seien – Bady Buhle freut sich schon wieder auf den normalen Alltag: „Es fehlt der Trubel im Haus.“ Clara Züger

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