Er bevorzugt das traditionelle Kostüm mit Mitra

Jürgen Kilimann hat eine besondere Aufgabe: Er ist Weihnachtsmann 

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Aus dieser Perspektive sehen ihn die meisten Kinder: Jürgen Kilimann ist Bad Hersfelds bekanntester Weihnachtsmann. 

Bad Hersfeld. Wenn Jürgen Kilimann mit seinem roten Weihnachtsmannkostüm und seinem grauen Bart vor einem steht, denkt man wirklich: Das muss der Weihnachtsmann sein.

Seit zwei Jahren verteilt er im Auftrag des Stadtmarketings in der Vorweihnachtszeit Geschenke in der Innenstadt von Bad Hersfeld und in der City Galerie. Dabei ist es für ihn jedes Mal wieder eine neue Erfahrung, wie die Kinder auf ihn reagieren: „Die meist gestellte Frage ist, ob ich der echte Weihnachtsmann bin, oder ob mein Bart echt ist“, erzählt er. Viele Kinder würden ihn immer regelrecht mit Wünschen überfallen, denn die Wunschzettel seien zum Teil sehr lang.

Denkt Jürgen Kilimann an seine Kindheit, hat er eine relativ nüchterne Erinnerung an das Weihnachtsfest, denn er ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und Arbeit fiel dort natürlich auch an Weihnachten an: „Bei uns auf dem Bauernhof mussten natürlich auch an Heiligabend zunächst die Kühe versorgt werden. Das gemeinsame Weihnachtsessen und die Bescherung gab es erst am späteren Abend.“ Hauptsächlich habe er sich in seiner Kindheit über Blechspielzeug gefreut, mit dem er gerne unter dem Weihnachtsbaum gespielt habe, erinnert er sich.

Das aufwendige und dunkelrote Weihnachtsmannkostüm trägt Kilimann gerne. Den künstlichen Bart benutzt er nicht immer, denn er hat sich seinen eigenen Bart extra für die Aufträge in der Vorweihnachtszeit länger wachsen lassen. Wenn es um sein Kostüm geht, hat er genaue Vorstellungen: „Mir gefällt das traditionelle Kostüm mit der Bischhoffs-Mitra besser als die rote Bommelmütze, die mich zu einer Art Coca-Cola-Weihnachtsmann macht.“

Jürgen Kilimann ist im Wanderverein aktiv und hat dort schon häufiger den Nikolaus gespielt. Vom Stadtmarketing ist er vor zwei Jahren angesprochen worden: „Ich bin gefragt worden, ob ich Freude daran hätte und so stand ich dann das erste Mal auf dem Linggplatz am Nikolaustag vor zwei Jahren.“

Die Kinder, die ihn als Weihnachtsmann treffen freuten sich jedes Mal aufs Neue über seine Erscheinung, aber teilweise seien sie fast ehrfürchtig und hätten viel Respekt vor ihm als Weihnachtsmann. „Ich bekomme regelmäßig lustige Fragen gestellt. Ein kleines Mädchen fragte mich, ob ich das Wohnzimmer ihrer Eltern so dreckig gemacht hätte. Das sind immer wieder schöne Begegnungen, die ich mache.“

Weihnachtsmann Kilimann wollte eigentlich schon seit vielen Jahren einmal nach Frankfurt an Heiligabend fahren, um das große Geläut zu hören. Bis jetzt hat er es aber noch nicht geschafft. An Heiligabend geht er seiner Küstertätigkeit in der Kirche in Eiterfeld nach, denn Weihnachten und auch seine Aufgabe in der Vorweihnachtszeit sind für ihn theologisch bedeutsam.

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