Etwa 100 Tiere im Kreis – Reviere an Fulda und Werra vergeben

Jetzt zieht es die Biber in die Bäche

Hersfeld-Rotenburg. Der Biber ist wieder heimisch im Kreis Hersfeld-Rotenburg. So sind die Reviere an der Fulda nach den Worten von Heinrich Wacker verteilt, der Biber längst über Kassel hinaus weitergezogen. Alle fünf bis sieben Kilometer finde sich eine Biberburg. „Mehr Biber wird es an der Fulda nicht geben“, betont der Hochwasserexperte.

Seit dem vergangenen Jahr wandern die Jungtiere deshalb nicht nur weiter die Fulda flussabwärts, sondern auch in die Seitentäler: Der streng geschützte Nager nimmt jetzt auch die Bäche in Beschlag. Dort baut er – im Gegensatz zur Fulda – auch Dämme, um eine ausreichende Wassertiefe zu schaffen, denn der Eingang zum Biberbau muss immer unter Wasser liegen, sagt Michael Herzog, der sich um das Biber-Monitoring im Kreis kümmert.

Die meisten Biber registrierte man bisher an der Fulda, aber auch an Werra, Haune und im Rhäden von Obersuhl haben sie sich angesiedelt. Rund 100 Biber, so schätzt Wacker, seien im Kreis bereits zu Hause. Er zählt mindestens zwölf Biberburgen, eventuell noch weitere an der Haune.

Die ersten Nachweise bei uns gab es 2003 in Niederaula und Friedlos. 2006 sei die erste Burg in Niederaula entdeckt worden. Zehn Burgen zwischen Solms und Konnefeld (Schwalm-Eder-Kreis) gab es bereits vier Jahre später. Trotzdem sind die Nagetiere, die 20 bis 30 Kilo schwer werden, den meisten Spaziergängern nicht aufgefallen. So sind die Biberburgen vor allem im Sommer unscheinbar, ähneln Holzhaufen und sind bewachsen.

Konflikte mit der Landwirtschaft gebe es an der Fulda kaum, erklärt Wacker, sofern ein Uferstreifen von 15 bis 20 Metern eingehalten werde. Es sei auch möglich, dass mal ein Schlepper auf den bis zu 15 Meter langen unterirdischen Gängen einbreche. Der Biber sei ein raffinierter Baumeister und Landschaftsgestalter, sorge für die Renaturierung und Hochwasserschutz ohne große Kosten. 

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