„Jede Frau hat ein Recht auf Gewaltfreiheit“

Internet-Kampagne des Vereins „Frauen helfen Frauen“ zum Schutz vor Gewalt

Mit einer Aktion auf Instagram und Facebook macht der Verein „Frauen helfen Frauen“ auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Mit Statements, warum sie es wichtig finden, sich gegen Gewalt einzusetzen, sind hier Dörthen Vetter und Aylin Wiesner zu sehen.
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Mit einer Aktion auf Instagram und Facebook macht der Verein „Frauen helfen Frauen“ auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Mit Statements, warum sie es wichtig finden, sich gegen Gewalt einzusetzen, ist hier Aylin Wiesner zu sehen.

Mit einer Onine-Kampagne macht der Verein „Frauen helfen Frauen“ auf das nach wie vor aktuelle Problem von Gewalt gegen Frauen aufmerksam.

Hersfeld-Rotenburg – Das Frauenhaus in Bad Hersfeld sei in diesem Jahr praktisch durchgehend voll besetzt gewesen, berichtet Mitarbeiterin Rahel von Bucholtz. „Wir haben nur dreimal ein Zimmer auf der hessischen Frauenhausliste frei melden können“, ergänzt Aylin Wiesner.

Und dann habe es oft nur eine Stunde gedauert, bis eine Anfrage gekommen sei. In Bad Hersfeld stehen zehn Zimmer mit 24 Betten für Frauen in Not und ihre Kinder zur Verfügung. Derzeit seien neun Zimmer belegt, eines werde möglichst freigehalten, um eine Quarantäne zu ermöglichen, erklärt von Bucholtz.

Plätze in Frauenhäusern sind in ganz Deutschland ein rares Gut. Fast überall ist die Versorgung nicht ausreichend. Legt man die Vorgaben der Istanbul-Konvention (ein Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt) zugrunde, dann fehlen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sechs Betten und zwei Zimmer für Frauen, die von körperlicher, psychischer oder sexueller Gewalt betroffen sind. „Anderswo ist es noch viel schlimmer“, weiß von Bucholtz. Außerdem gebe es praktisch keine Hilfsangebote für Frauen, die psychisch krank oder wohnungslos seien oder ein Suchtproblem hätten. Die könnten in normalen Frauenhäusern aufgrund der räumlichen Enge nicht aufgenommen werden, hätten aber ebenfalls einen Anspruch auf Schutz.

Mit Hilfe eines Förderprogramms des Bundes sollen jetzt neue Frauenhäuser eingerichtet oder bestehende erweitert werden, doch allein mit der Unterstützung für den Bau sei es nicht getan, macht Rahel von Bucholtz deutlich. Schließlich müsse dann auch der dauerhafte Betrieb finanziert und qualifiziertes Personal für die Betreuung der Bewohnerinnen und ihrer Kinder eingestellt werden. „Wir liegen mit unseren Mitarbeiterinnen 50 Prozent unter dem, was von der Zentralen Informationsstelle autonomer Frauenhäuser gefordert wird“, sagt von Bucholtz.

Als sehr positiv empfindet sie es, dass zum Team nun mehrere junge Frauen gehören, die sich auch um die sozialen Netzwerke und den Internetauftritt des Frauenhauses kümmern. „Informationen können so unheimlich schnell weitergegeben werden“, erklärt Aylin Wiesner den Vorteil dieser Medien. Und jüngere Frauen seien so einfach besser zu erreichen, betont Eliza Wiegand. Auf den Seiten des Frauenhauses werden nun Fotos der Mitarbeiterinnen veröffentlicht, auf denen sie erklären, warum ihnen der Einsatz gegen Gewalt an Frauen ein Anliegen ist: „Weil jede Frau ein Recht auf Gewaltfreiheit und Sicherheit hat“, sagt zum Beispiel Aylin Wiesner.

An dieser Aktion können sich übrigens alle Menschen, Frauen und Männer beteiligen und dem Verein ein Foto von sich mit einer entsprechenden Aussage per E-Mail unter frauenhaus-bad-hersfeld@freenet.de zur Verfügung stellen. (Christine Zacharias)

In Zeiten von Corona bietet der Verein jetzt auch Video-Beratung an. Termine können per Mail oder telefonisch vereinbart werden: 06621/ 65333.

frauenhaus-bad-hersfeld.de

Instagram: frauenhelfenfrauen_hersfeld

Facebook: FrauenhelfenFrauen Hersfeld

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