Drei Gründungsmitglieder sind noch dabei

Helfen, wo es nötig ist: 40 Jahre Jugend- und Bewährungshilfe in Bad Hersfeld

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Zwei von 19: Vorsitzender Helmut Licht (links) und Kassierer Hendrick Mawick vom Verein Jugend- und Bewährungshilfe Bad Hersfeld vor dem örtlichen Amtsgericht.

Helmut Licht macht den Job jetzt schon 40 Jahre – genau so lange wie es den Verein Jugend- und Bewährungshilfe in Bad Hersfeld gibt. Drei Gründungsmitglieder sind noch dabei.

Helmut Licht macht den Job jetzt schon 40 Jahre – genau so lange wie es den Verein Jugend- und Bewährungshilfe in Bad Hersfeld gibt. Der frühere Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe des Kreises hat sich folglich auch im Ruhestand nicht weit von seinem Metier entfernt.

Als 1. Vorsitzender des Vereins kümmert er sich gemeinsam mit den 18 weiteren Mitgliedern darum, schnell und unbürokratisch dort zu helfen, wo es nötig ist. Das kann bei einer Klassenfahrt ein Zuschuss sein, wenn bei manchen Kindern das Budget der Eltern nicht reicht. Oder ein Lebensmittelgutschein bei Familien von Probanden aus der Bewährungshilfe, wenn für den Wochenendeinkauf nicht genug Geld da ist. Auch mit einem Kredit kann der Verein helfen, wenn Bedürftige oder auch entlassene Strafgefangene ein neues Sofa brauchen.

Es gibt aber auch Zuschüsse für einzelne Projekte wie etwa den Bau eines barrierefreien Zugangs zum Bach am Solztal-Kinderweg oder zur Einrichtung eines Spielzimmers im Amtsgericht. „Wir sind ein kleiner Verein, der punktuell richtig gute Sachen machen kann“, sagt Kassierer Hendrick Mawick. Mawick arbeitet bei der Bewährungshilfe und ist wie fast alle anderen Mitglieder im Umfeld der örtlichen Justiz zu Hause. Richter und Rechtspfleger gehören dazu, Anwälte und eben Mitarbeiter der gerichtlichen Hilfsorganisationen.

Drei Gründungsmitglieder von damals sind noch heute dabei. Ging es anfangs nur darum, mit den vom Gericht zugewiesenen Geldbußen junge Menschen bis zur Altersgrenze von 25 Jahren zu unterstützen, so erfolgte schon 1986 die Erweiterung des Aufgabenbereichs und des Namens. Aktuell werden jedes Jahr Hilfen im mittleren vierstelligen Euro-Bereich gewährt.

Helmut Licht, der mehr als 30 Jahre in der Jugendgerichtshilfe gearbeitet hat, nennt zudem den Täter/Opfer-Ausgleich, wenn verurteilte Straftäter eine Geldauflage direkt an den Geschädigten zahlen sollen. Hier tritt der Verein als Vermittler auf, der vom Täter kassiert – oft in Raten – und den Gesamtbetrag sozusagen als Vorschuss an das Opfer weitergibt. Das funktioniert neuerdings sogar dann, wenn der Verurteilte mittellos ist: Er leistet dann zum Mindestlohn Sozialstunden, doch das Geld geht an das Opfer. „Wir haben damit durchweg gute Erfahrungen gemacht“, versichert Mawick. Bisher seien sowohl Raten wie auch gewährte Kredite immer vollständig abbezahlt worden. (ks)

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