Urteil im Bad Hersfelder Fall

Bluttat in Bad Hersfeld - 14 Jahre Haft für Mord an Obdachlosem

Fulda. Laut Richter Josef Richter sei es "zutiefst feige" und "zutiefst verachtenswert" gewesen, was zwei Obdachlose im Februar dieses Jahres getan haben. Am frühen Sonntagmorgen des 12. Februar machte ein Beamter der Bundespolizei eine grausige Entdeckung im Bahnhof Bad Hersfeld.

Dort lag die übel zugerichtete Leiche eines 47-jährigen Obdachlosen. Der Tote lag auf dem Boden unmittelbar vor der Tür zum Bahnsteig 1. Im Verlauf einer Großfahndung im Stadtgebiet von Bad Hersfeld konnten noch in der Nacht zwei 22- und 23-jährige Tatverdächtige festgenommen werden. Sie wurden am heutigen Montagmittag am Landgericht Fulda verurteilt.

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Der Hauptangeklagte Maurice S. wurde zu 14 Jahren Haft verurteilt. Er ist schuldig des gemeinschaftlichen Mordes in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung und des Diebstahls. Der mitangeklagte Andrea R. ist schuldig des gemeinschaftlichen Mordes in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung und wurde zu elf Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt.

Als Mordmerkmale wurde der niedere Beweggrund angenommen, da die Motive der Angeklagten besonders verwerflich gewesen seien und sittlich auf niedrigster Stufe stehen würden. Es gab keinerlei Grund für diese Gewalttat, sondern nur die Freude und Lust an Gewalt und dem Leiden anderer. Zuerst war laut Richter Josef Richter nur ein Gewaltakt geplant gewesen, der aber bald in einen bedingten Tötungsvorsatz überging, da die Täter bald mit der Möglichkeit des Einsetzens des Todes gerechnet hatten und dies akzeptierten.

Das Opfer hatte zu keinem Zeitpunkt den Hauch einer Chance gehabt. Er sei auf brutalste Weise zusammengeschlagen worden, so dass sein Gesicht komplett zugeschwollen und blutüberströmt war. Der Geschädigte hatte mehrere Brüche erlitten, ein Schädel-Hirn-Trauma und massive innere Blutungen. Durch das Einatmen seines eigenen Blutes sei er erstickt.

Ein ausführlicher Bericht über die Urteilsverkündung  folgt an dieser Stelle. (ba)

Rubriklistenbild: © dpa

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