Nach Debakel gegen Schweden

Italienische Fußballfans aus dem Landkreis sind enttäuscht über WM-Aus

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Am Boden zerstört: Enzo Lisi von der Hersfelder Pizzeria „Garda“ zeigt sich weniger erfreut über das Ergebnis, hat dafür aber zumindest einen guten Wein in WM-Pokal-Optik. 

Hersfeld-Rotenburg. Was für eine Blamage: Italien hat erstmals seit 60 Jahren die Qualifikation für eine Fußballweltmeisterschaft verpasst. Der vierfache Weltmeister schied in den Play-Offs gegen Schweden aus. Was sagen die italienischen Fans im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zum Aus ihrer Mannschaft? Wir haben uns umgehört.

„Das ist schon traurig“, sagt Emanuele De Fanti, der seit vielen Jahren ein italienisches Eiscafé im Steinweg in Rotenburg betreibt. Er hat das Spiel zusammen mit seiner Freundin angesehen, „eine Zitterpartie bis zum Schluss“, sagt er bedauernd.

Beim Rückspiel gegen Schweden sei es Pech gewesen, sagt De Fanti, aber insgesamt schon Eigenverschulden, dass die Italiener rausgeflogen sind.

Eine WM ohne Italien konnte er sich bisher nicht vorstellen, aber De Fanti blickt nach vorn: „Dann kann ich endlich mal entspannt die nächste WM sehen“, so sein Trost nach dem unrühmlichen Ende der Squadra Azzurra in der Qualifikation. Mit roten Augen steht er am Morgen nach dem Spiel jedenfalls nicht in seinem Café.

In Bad Hersfeld zeigen sich einige Fußballfans dagegen sichtlich bestürzt über das überraschende WM-Aus. „Ich bin sehr traurig darüber“, beteuert Vito de Salvo, Inhaber der Hersfelder Pizzeria „Michelangelo“. Viel mehr wolle er dazu nicht sagen.

Kann trotz der Niederlage der italienischen Nationalmannschaft schon wieder lachen: Emanuele De Fanti in seinem Eiscafé in Rotenburg. 

„Große Katastrophe“

„Eine große Katastrophe“, findet auch Enzo Lisi, Chef des „Ristorante Garda“. Er verfolgte die sportliche Tragödie live am Fernsehen und sah von Anfang an den Sieg dahinschwinden. Wirklicher Spielwille sei bei der Mannschaft nicht aufgekommen. „Die haben kein richtiges Spiel gespielt. Sie waren im Feld viel zu langsam.“

Einige Spieler seien zudem viel zu alt und würden kaum noch mit dem Herzen, „sondern nur noch für das Geld“ spielen. Die Schweden wären eigentlich keine große Gefahr gewesen, umso größer sei deswegen die Blamage. Vor allem aber der Trainer Gian Piero Ventura sei für das Ausscheiden verantwortlich. „Das Schlimmste ist, dass Ventura nicht sofort zurückgetreten ist“, meint Enzo Lisi, sichtlich am Boden zerstört. Der Name des Trainers hätte diesmal Unglück gebracht, wobei „ventura“ doch „Glück“ auf italienisch heiße.

Jetzt „die Besten“ anfeuern

Die kommende Weltmeisterschaft will sich Lisi dennoch nicht entgehen lassen. Wen er schließlich anfeuern wird, weiß er aber noch nicht genau. „Deutschland hat eine sehr junge, gute Mannschaft“, beteuert der Italiener. Doch würden auch Argentinien, Spanien und England gute Chancen haben. Letztendlich würde er „die Besten“ anfeuern, wie er sagt, wirklich überzeugt klingt er dabei allerdings nicht. Der Schock sitzt noch zu tief.

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