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Isabel Lenz aus Asbach liegt die Heimat am Herzen

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Von: Mario Reymond

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Seit 2019 züchtet Isabel Lenz mit ihrem Partner Thiemo Bohl auf dem Hof der Familie in Asbach japanische Wagyu-Rinder, die wegen ihres Luxus-Fleischs so berühmt sind.
Außergewöhnlich: Seit 2019 züchtet Isabel Lenz mit ihrem Partner Thiemo Bohl auf dem Hof der Familie in Asbach japanische Wagyu-Rinder, die wegen ihres Luxus-Fleischs so berühmt sind. © Mario Reymond

Isabel Lenz aus Asbach hat sich ganz bewusst für das Leben auf dem Dorf in einem Vier-Generatioen-Haus und mit Landwirtschaft entschieden.

Asbach – Die Heimat liegt der 26 Jahre alten Isabel Lenz am Herzen. Und unter Heimat versteht die Asbacherin nicht das pulsierende Leben in einer Großstadt. Nein, es ist das Leben auf dem Lande, was ihr sehr viel bedeutet. Das Dörfliche und das Miteinander. Nicht die Anonymität der Großstadt, wo schon der Nachbar zwei Türen weiter in dem großen Mietblock ein Fremder ist.

Isabel Lenz legt großen Wert auf Familie und Freundschaften. Daher ist sie den Landfrauen im Jahre 2017 beigetreten. Natürlich hat dabei auch ihr familiäres Umfeld eine große Rolle gespielt. Isabel Lenz ist in dem Bad Hersfelder Stadtteil mit der Landwirtschaft groß geworden. In den 60-er Jahren errichtete ihr Großvater einen Aussiedlerhof, der auch heute noch mit „tierisch“ viel Leben erfüllt ist.

Aus dem einstigen landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb ist aber mittlerweile ein Nebenerwerb geworden, den ihre Eltern und ihr Partner bewirtschaften. Natürlich hilft Isabel auch mit, jedoch stehen bei der ausgebildeten Diplom-Finanzwirtin derzeit ihre beiden kleinen Kinder Toni (1) und Fritz (3 Monate) an erster Stelle. Seit der Geburt des ersten Sohnes leben im Wohnbereich des Aussiedlerhofes auch wieder vier Generationen unter einem Dach. Die Oma und die Mutter, selbst Landfrauen, sind die treibenden Kräfte gewesen, weshalb auch Isabel Lenz den Weg zu den Asbacher Landfrauen gefunden hat. Diese haben aber so gar nichts mehr gemein mit Kaffeekränzchen, Strickstube oder sonstigen klischeebehafteten Dingen.

Zusammenschluss selbstbewusster Frauen

„Die Landfrauenvereine sind mittlerweile ein Zusammenschluss selbstbewusster Frauen jeden Alters, die sich in erster Linie mit sozialer Gerechtigkeit und dem Stellenwert der Frau innerhalb der Gesellschaft beschäftigen“, sagt Isabel Lenz.

Auch aus diesen Gründen haben sich Ende des vergangenen Jahres acht engagierte junge Frauen aus dem Landfrauen Bezirksverband Hersfeld zusammengefunden, um die Gruppierung „Junge Landfrauen“ ins Leben zu rufen. Eine Untergruppierung des eigentlichen Bezirkslandfrauenvereins, aber eben kein eigenständiger Verein. Mitmachen darf jede Frau, die sich jung fühlt und ebenso wie die acht Mitstreiterinnen des „harten Kerns“ die Gleichberechtigung von Frau und Mann in allen Bereichen des täglichen Lebens vorantreiben möchten. „Wir acht sind zwischen 20 und 35 Jahre alt. Mittlerweile ist unsere junge Gruppe auf 70 Frauen angewachsen. Und es sind auch 50-Jährige dabei. Wer sich jung fühlt und unsere Ziele mitverfolgt, ist gerne gesehen“, sagt Isabel Lenz und lacht.

Sie selbst ist aus dem achtköpfigen „Gründergruppe“ die einzige, die in irgendeiner Weise mit Landwirtschaft zu tun hat. Alle anderen nicht. Alleine dies zeige auf, dass es sich bei den jungen Landfrauen tatsächlich um einen Zusammenschluss junger und junggebliebener Frauen handelt, die das Leben auf dem Lande fördern und stärken möchten.

Lebensqualität weiterentwickeln

„Wir leben nun einmal in einer ländlich strukturierten und geprägten Region. Wir möchten daher gezielt die Lebensqualität hier aufrechterhalten und gerne auch weiterentwickeln“, erklärt Isabel Lenz. Dabei haben die jungen Frauen in erster Linie natürlich das weibliche Geschlecht im Blick.

So soll es beispielsweise zu Beginn des kommenden Jahres eine Bildungsveranstaltung zur Lohngleichstellung geben. Frauen müssten für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn wie ein Mann erhalten. Das sei in vielen beruflichen Bereichen längst noch nicht der Fall.

So wollen die jungen Frauen um Isabel Lenz, die selbst im Jahre 2020 durch eine Bloggerin auf die jungen Landfrauen aufmerksam geworden ist, natürlich auch gezielt Angebote für Frauen auf dem Lande schaffen. Dabei sei die Weiterbildung ein großer Faktor. Aber auch der Spaß dürfe nicht zu kurz kommen. „Wir wollen über unser Engagement neue Leute kennenlernen, um so eine schöne Gemeinschaft hinzubekommen“, erklärt Isabel Lenz. (Mario Reymond)

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