Hessentag prägte das vergangene Jahr

Ausrüstung muss stimmen: Investitionsbedarf bei den Hersfelder Feuerwehren

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Die Abteilung Zukunft: Unser Bild zeigt hinten von links die stellvertretenden Stadtbrandinspektoren Meik Jakob und Christian Seelig, Stadtjugendwart Alexander Dahl und den stellvertretenden Stadtjugendwart André Oldenburg mit ausgezeichneten jungen Feuerwehrmitgliedern und Bürgermeister Thomas Fehling.

Zu 302 Einsätzen sind die Bad Hersfelder Feuerwehren im Jahr 2019 ausgerückt. Hinzu kamen 147 Brandsicherheitsdienste. Nun gilt es, vom Prüfdienst ausgemachte Mängel zu beseitigen.

Der Hessentag, der mit großem persönlichen Einsatz über die Bühne gegangen war, drückte auch dem zurückliegenden Bad Hersfelder Feuerwehrjahr seinen Stempel auf. Einen sich nachhaltig positiv auswirkenden sogar, wenn man den Zusammenhalt und die Stimmung in der Truppe betrachtet.

Das betonten der stellvertretende Stadtbrandinspektor Christian Seelig, Kreisbrandinspektor Marco Kauffunger („Ihr habt einen tollen Job gemacht!“) und natürlich auch Bürgermeister Thomas Fehling, der den Feuerwehrleuten bei der gut besuchten Jahreshauptversammlung aller Kreisstadt-Wehren noch einmal ausdrücklich für ihr Engagement und ihre „Superleistung“ dankte und für die anstehenden Vorhaben seine volle Unterstützung in Aussicht stellte.

Seelig, der den erkrankten Stadtbrandinspektor Frank Jakob vertrat, wies darauf hin, dass bei den von 268 Aktiven gebildeten Einsatzabteilungen 13 Zugänge und 21 Abgänge zu verzeichnen gewesen seien. Insgesamt seien 302 Einsätze mit 4937 Gesamtpersonalstunden zu bewältigen gewesen, davon 115 Brandeinsätze, 124 Hilfeleistungen und 63 Fehlalarme. Bei den 147 Brandsicherheitsdiensten seien 6202 Gesamtpersonalstunden geleistet worden, davon allein beim Hessentag 4331 Stunden.

Neue und Beförderte: von links Andreas Kling, Christian Seelig, Sebastian Spill, Christian Schwalm, Meik Jakob und Dirk Stade.

Neben dem Hessentag sei das Feuerwehrjahr von der Beschaffung eines Gebrauchtfahrzeuges als Ersatz für das 24 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 der Kernstadtwehr, der Planung des wegen einzuhaltender Hilfsfristen dringend erforderlichen Feuerwehrhauses auf dem Johannesberg und vom Richtfest für das Fuldatal-Feuerwehrhaus für Asbach und Beiershausen gekennzeichnet gewesen.

Bei den Besuchen des Technischen Prüfdienstes habe es zahlreiche Beanstandungen gegeben, die man größtenteils nur durch bauliche Maßnahmen abstellen könne. Auch deshalb sei der Bedarfs- und Entwicklungsplan der Kreisstadtwehr überarbeitet worden. Demnächst werde der Planentwurf den politischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt – nicht zuletzt deshalb, weil damit erhebliche Investitionen verbunden seien.

Stadtjugendfeuerwehrwart Alexander Dahl beleuchtete die Arbeit in den von 99 Jugendlichen und 29 Kindern gebildeten Nachwuchsgruppen. Dabei ging er auch auf die verschiedenen Wettbewerbe und die erworbenen Abzeichen ein. 

Sein Stellvertreter René Oldenburg warf der Wehrführung anschließend in scharfer Form vor, nicht dafür gesorgt zu haben, dass der von der Stadt für Nachwuchsarbeit bereitgestellte Betrag in Höhe von rund 12 000 Euro abgerufen worden sei: „Es kann nicht sein, dass der Abteilung Zukunft der Geldhahn zugedreht wird!“

Mit dem Brandschutzehrenzeichen Ausgezeichnete: mit „Gold“ vorne stehend von links Bernd Vollmer, Thomas Jäger und Klaus-Peter Hahn.

Darüber hinaus appellierte er an die zuständigen Gremien, die Art und Weise der Ausrüstungsübergabe zu überdenken und dem Feuerwehrnachwuchs kostenlose Schwimmbadbesuche zu ermöglichen.

Bürgermeister Thomas Fehling verwahrte sich für die Wehrführung gegen Oldenburgs unangemessenes „Anblasen“ und wies darauf hin, dass das Auszahlungsverfahren am Laufen sei.

Über das generelle „Riesendankeschön für mehr als unglaubliche 10 000 ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden“ hinausgehend lobte er die Erstellung der im Magistrat zur Erörterung anstehenden Neufassung des Bedarfs- und Entwicklungsplans. Mit Blick auf die finanziellen Auswirkungen sagte er: „Es geht dabei um eine ganze Menge Geld. Trotzdem kann kein Zweifel daran bestehen, dass Infrastruktur und Ausrüstung da sein muss, um die geforderten Leistungen erbringen zu können.“

Die Grüße des Fachdienstes Gefahrenabwehr des Landkreises und des Kreisfeuerwehrverbandes überbrachte Kreisbrandinspektor Marco Kauffunger, der auch über aktuelle Entwicklungen informierte. (apl)

Ernennungen, Beförderungen und Ehrungen:

  • Ernannt: Lasse Horst, Christian Schwalm, Sebastian Spill, Dirk Stade (alle zum Feuerwehrmannanwärter)
  • Befördert: Andreas Kling (zum Oberbrandmeister), Meik Jakob und Christian Seelig (beide zu Hauptbrandmeistern) 
  • Geehrt mit dem Silbernen Brandschutzehrenzeichen: Marc Becker (Bad Hersfeld), Andreas-Bernd Büttner (Bad Hersfeld), Matthias Freisinger (Fuldatal), Sascha Hedrich (Heenes), Bernd Nitsch (Bad Hersfeld), Michael Schmer (Fuldatal, schon in 2018), Christian Seelig (Solztal) und Pierre Walter (Bad Hersfeld) 
  • Geehrt mit dem Goldenen Brandschutzehrenzeichen: Klaus-Peter Hahn (Bad Hersfeld), Thomas Jäger (Solztal) und Bernd Vollmer (Bad Hersfeld, schon in 2019) 
  • Geehrt mit der Katastrophenschutzmedaille in Bronze: Manfred Häger (Petersberg) 
  • Ausgezeichnet mit Anerkennungsprämien für aktiven Dienst: Meik Bieberstedt, Julian Kohlstädt, Sebastian Schade, Simon Steinhauer, Marco Wenderoth (alle für zehn Jahre), Tim Janczyk, Martin Paul, Michael Schmer, Pierre Walter, Ulrich Wolf (alle für 20 Jahre), Martin Bickel, Torsten Braun, Helmut Hoffmann (alle für 30 Jahre), Thomas Jäger (für 40 Jahre). (apl)

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