Mehr als 100 Mitglieder, über 1200 Unterschriften gesammelt

Initiative für Erhalt der Orthopädie in Bad Hersfeld gegründet

Volles Haus: Alle Plätze waren besetzt bei der Gründungsversammlung der Bürgerinitiative zum Erhalt der Orthopädie in Bad Hersfeld. Auch vor der Tür standen noch viele Menschen. Initiiert wurde die Initiative von Meike Wienhold (links). Fotos: Zacharias

Bad Hersfeld. Für den Erhalt der Orthopädischen Klinik in Bad Hersfeld setzt sich eine Bürgerinititiative ein, die am Dienstagabend in Bad Hersfeld gegründet wurde.

Gut 100 Teilnehmer waren bei der Gründungsversammlung. Zur Sprecherin wurde Initiatorin Meike Wienhold gewählt. Sie wird von einem Sprechergremium unterstützt.

Orthopädie soll ans HKZ in Rotenburg verlagert werden

Im Zuge der Umstrukturierung der Kliniklandschaft im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wurde beschlossen, die Orthopädie ans HKZ nach Rotenburg zu verlagern. Als Gründe dafür waren unter anderem der zum Jahresende auslaufende Mietvertrag mit dem Eigentümer der Immobilie in Bad Hersfeld, das Fehlen einer Intensivstation und eben das Gesamtkonzept für die Kliniken im Kreis genannt worden.

Die Aussage von Klinikum-Geschäftsführer Martin Ködding, dass die Verlegung beschlossene Sache und daran nichts mehr zu ändern sei, wollen Meike Wienhold, Hersfelder Kommunalpolitiker und vor allem die Patienten der Klinik so nicht einfach hinnehmen. Bisher haben mehr als 1200 Menschen sich an einer Unterschriftensammlung für den Erhalt der Klinik in Bad Hersfeld beteiligt, teilte Wienhold mit. „Die meisten Bürger des Kreises sind gegen die Verlegung“, sagte sie.

Kleines Haus mit kurzen Wegen

Setzen sich für den Erhalt der Orthopädie in Bad Hersfeld ein: Moderator Hans-Jürgen Schülbe, Erster Stadtrat Gunter Grimm, Sprecherin Meike Wienhold (von links).

Die Liste der Gründe, die Meike Wienhold für den Verbleib in der Kreisstadt nannte ist lang. Sie wies auf die Vorteile des kleinen Hauses mit kurzen Wegen, einem eingespielten Team und dem geringen Risiko, mit Krankenhauskeimen infiziert zu werden hin. Wesentlicher Faktor für die Gesundung sei auch die gute Atmosphäre, die dort herrsche.

In Rotenburg müssten die Patienten lange Wege von den Zimmern in den neu zu errichtenden OP-Trakt zurücklegen und seien dabei auch dem Risiko ausgesetzt, mit gefährlichen Keimen in Kontakt zu kommen. Rotenburg sei orthopädisch bisher bereits gut versorgt, betonte Wienhold. Die Verlegung bringe erheblich längere Wege für die Mehrheit der Kreisbevölkerung mit sich. Vor allem für Menschen, die nicht Auto fahren könnten, sie das HKZ nur schwer und kostspielig zu erreichen, merkte auch eine Teilnehmerin an.

Initiative fordert Transparenz

Wienhold äußerte die Vermutung, dass es tatsächlich um sehr viel Geld gehe und darum, das HKZ in Rotenburg auf Kosten der Orthopädie in Bad Hersfeld zu sanieren. Die Bürgerinitiative fordert deshalb Transparenz. Es solle offen gelegt werden, welche Summen von wem an wen ausgezahlt würden und unter welchen Bedingungen. Die Bürgerinitiative möchte zudem wissen, wieviel Steuergeld der Landkreis bereits für das HKZ ausgegeben hat und was es mit den 500 000 Euro pro Monat auf sich habe. Auch zum aktuellen Mietvertrag und möglichen Absprachen mit dem Eigentümer hat die Bürgerinitiative Fragen.

Unterstützung erhält die Initiative dabei von einem Rechtsanwalt, der sich bereit erklärt hat, die Initiative kostenfrei zu vertreten, teilte Meike Wienhold mit.

Wienhold berichtete zudem von einem privaten Investor, der die Orthopädie übernehmen und weiterführen wolle.

„Die Orthopädie darf nicht zum Spielball werden“, betonte Bad Hersfelds Erster Stadtrat Gunter Grimm, Die Verlagerung bedeute einen Einschnitt in die Versorgung der Menschen in Bad Hersfeld.

Von Christine Zacharias

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