Neubauten sind gefragt

Betongold steht hoch im Kurs: Immobilienpreise in Hersfeld-Rotenburg weiter gestiegen

ARCHIV - 06.05.2019, Niedersachsen, Hannover: Reihenhäuser stehen in einem Neubaugebiet (Symbolbild). In einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln wird der Wohnungsbau-Bedarf in den großen deutschen Städten ermittelt. In einigen Ballungsräumen in Niedersachsen werden laut der Studie viel zu wenige Wohnungen gebaut. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit
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Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind die Kaufpreise für Häuser und Wohnungen seit 2018 weiter gestiegen. Besonders gefragt sind Immobilien in Bad Hersfeld, Rotenburg und Bebra.

In den ländlichen Gemeinden gibt es jedoch auch viel Leerstand. Das ergab eine Umfrage unserer Zeitung bei den Immobilienexperten der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg und der VR-Immobilien des VR-Bankvereins.

„Wer ein Haus sucht, muss schnell sein“, empfiehlt Florian Volkmann, Leiter der Immobilienabteilung der Sparkasse. Interessante Objekte seien in acht bis zwölf Wochen verkauft. Der Durchschnittspreis für Häuser in Bad Hersfeld liege bei 170 000 bis 180 000 Euro, in der Kernstadt sogar eher mehr. Auf den gesamten Landkreis bezogen, liege der Durchschnittspreis bei etwa 120 000 Euro.

Ähnliche Zahlen nennt auch VR-Immobilienleiter Maik Schuchardt. Bei den 116 Häusern, die seine Abteilung in diesem Jahr verkauft habe, lag der Preis in Bad Hersfeld bei 160 000 Euro, in der Region, zu der auch Oberaula gehört, bei rund 140 000 Euro. Etwa ein halbes Jahr dauere die Vermittlung von Immobilien im Durchschnitt. „Betongold ist in Zeiten niedriger Zinsen ein wichtiger Baustein in der Vermögensvorsorge,“ sagt Schuchardt. Deshalb baue der VR-Bankverein auch Wohnungen, denn auch die Nachfrage nach Miet- und Eigentumswohnungen sei groß – vor allem nach seniorengerechten Objekten.

Inzwischen ist auch das Interesse an Neubauten gestiegen, ein Markt, auf dem es noch vor einigen Jahren kaum Bewegung gab. „Viele Gemeinden reagieren darauf und weisen Neubaugebiete aus“, sagt Florian Volkmann. Die Grundstückspreise seien relativ stabil und lägen etwa in Friedewald bei 50 bis 60 Euro pro Quadratmeter, am Schieferstein in Bad Hersfeld bei 90 bis 120 Euro je nach Lage. Auch Volkmann registriert den Trend zu „Immobilien statt Aktien“ – gerade auch beim Wohnungsbau. „80 bis 90 Quadratmeter bekommt man immer vermietet“, weiß er.

Und die Mietpreise steigen ebenfalls: Preissteigerungen von circa 24 Prozent hat der VR-Bankverein festgestellt – bei Häusern zur Miete noch mehr. Besonders beliebt auch hier: Bad Hersfeld. Doch auch Bebra und Rotenburg verzeichnen nach Beobachtungen des VR-Bankvereins „steigende Preise im Wohnungssegment“. Deshalb werden Wohnungen auch für Investoren immer attraktiver.

Hintergrund: Immobilienpreise steigen kontinuierlich

In den vergangenen zehn Jahren sind die Immobilienpreise in Nordhessen kontinuierlich um vier bis fünf Prozent pro Jahr gestiegen, erklärt Klaus-Peter Weiß, Vorsitzender der Gutachterausschüsse beim Hessischen Amt für Bodenmanagement. 2019 lag der Durchschnittspreis für ein Einfamilienhaus in Nordhessen (inklusive Kassel) bei 211 000 Euro, für ein Doppelhaus bei 188 000 Euro und für ein Reihenhaus bei 194 000 Euro. In Südhessen seien die Preise indes „locker doppelt so hoch“. (kai)

Bebaute Grundstücke sind im Landkreis Kassel weiterhin beliebt: sie bilden mit über 70 Prozent das größte Marktsegment. Dies geht laut Mitteilung des Landkreises aus dem vom Gutachterausschuss für Immobilienwerte vorgelegten Immobilienmarktbericht für das Jahr 2019 hervor.

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