Betreiber der Festspiellounge

Montagsinterview mit Caterer Frank Bücking: Immer im Einsatz, damit es allen schmeckt

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Nur zu zweit komplett: Heike und Frank Bücking ergänzen sich im Alltag des Familienbetriebs, zu dem in der Saison bis zu 100 Mitarbeiter gehören.

Immer ein bisschen origineller, besser und verrückter sein als andere - mit diesem Prinzip ist die Familie Bücking  mit ihrem Catering erfolgreich.

Was vor 80 Jahren als bodenständige Metzgerei im Bad Hersfelder Stadtteil Hohe Luft begann, das ist heute ein Unternehmen, das bundesweit auf Veranstaltungen, Festen und privaten Feiern für das leibliche Wohl sorgt.

Bücking Catering hat beispielsweise viele Jahre lang das Landesfest der Hessen in Berlin bedient, aktuell ist es das Sommerfest des Energieversorgers Mainova in Frankfurt mit über 2000 Gästen. In Bad Hersfeld betreiben Bückings die beliebte Festspiellounge neben der Stiftsruine.

Herr Bücking, die Festspiele sind vorbei. Können Sie jetzt die Hände in den Schoß legen?

Schön wär’s. Der Abbau dauert mindestens zwei Tage. Anschließend muss alles gereinigt und eingelagert werden. Und nebenbei geht das normale Alltagsgeschäft weiter. Veranstaltungen, Firmenfeiern...

Ist der Kalender also schon wieder voll?

Kann man so sagen. Sogar bis ins nächste Jahr. Und darüber sind wir auch sehr froh.

Die Festspiellounge gibt es jetzt seit vier Jahren. Ist sie für Bückings etwas Besonderes?

Ja, weil sie jedes Jahr etwas gewachsen ist und durch unsere Erfahrungen, die wir machen, sich immer wieder weiter entwickelt. Das macht viel Spaß. Es ist aber auch sehr anstrengend.

Wie muss man sich dann einen Arbeitstag vorstellen?

Da kann es schon mal sein, dass es morgens um sieben losgeht, und man kommt erst nachts um drei nach Hause. Und das acht Wochen am Stück. Auch wenn mal spielfrei ist, arbeiten wir ja trotzdem.

Bücking Catering ist ja aus einer gewöhnlichen Metzgerei entstanden. War das damals eine Entscheidung aus der Not heraus?

Nein. Es war eher kurios und eine lustige Geschichte. Aber trotzdem war es das Beste, was uns passieren konnte. Den Laden zu schließen und uns voll und ganz auf den Partyservice zu konzentrieren. Da haben meine Eltern eine gute Entscheidung getroffen, denn seitdem sind wir kontinuierlich gewachsen.

Aber haben Sie damals schon einen Geschäftsbereich gesehen, der Zukunft hat und den so kein anderer bedient?

Das war ja so früher. Viele Metzger wollten am Wochenende nicht arbeiten, da ist Samstagmittag der Hammer gefallen. Meine Mutter hat schon 1960 die ersten Platten belegt und so hat das Ganze, dank meiner Eltern, angefangen.

Worauf kommt es denn bei Ihnen besonders an? Was macht den Erfolg aus?

Man muss immer etwas machen, was die anderen nicht machen.

Was ist das zum Beispiel?

(lacht) Ja, das ist eine gute Frage! Keine Ahnung. Man muss mit Herz und Leidenschaft dabei sein und ein bisschen verrückter sein als die anderen. Und man muss unerbittlich Einsatz zeigen und auch mal was riskieren.

Das geht vermutlich nur auf, wenn alle mit anpacken. Stichwort Familienbetrieb.

Ja. Ich allein könnte das eh nicht schaffen. Ohne meine Frau (lacht)... wäre ich nur einer. Aber um so einen Betrieb zu führen, braucht man jemanden, mit dem man durch dick und dünn gehen kann. Und sie muss genauso verrückt sein wie ich, vielleicht noch ein bisschen verrückter. Dann funktioniert das. Meine Eltern sind ja auch noch ab und zu mit dabei und helfen. Und was man nicht vergessen darf: Unsere Firma wäre nicht das, was sie ist, ohne die unermüdliche Unterstützung unseres gesamten Teams.

Bücking Catering ist ja nicht nur in der Region tätig. Wie weit reicht denn das Einzugsgebiet?

Das Weiteste war mal Brüssel. Aber ansonsten? Frankfurt, Kassel, Eisenach. Die Entfernungen spielen da eigentlich keine Rolle. Wir sind fast wie ein Wanderzirkus und da muss alles mit, was gebraucht wird, egal, ob Essen, Personal oder Equipment.

Gegessen und gefeiert wird ja eigentlich das ganze Jahr über. Aber wann macht denn die Familie Bücking mal Urlaub oder Pause?

(Heike und Frank Bücking schauen sich an und lachen) Weihnachten! Seit wir unsere Kinder haben, machen wir Weihnachten drei Tage frei. Da arbeiten wir gar nicht, das ist fest. Und sonst, wie es sich ergibt. Kurzfristig mal ein paar Tage und wenn möglich mal eine Woche. Da setzen wir uns dann ins Auto und fahren einfach weg. Die Zeit, die wir zusammen dann haben, wollen wir auch genießen.

Zur Person

Frank Bücking (55) ist gebürtiger Hersfelder, besuchte die Ernst-von-Harnack-Schule und den Obersberg und ging bei der Fleischerei Müller in Lispenhausen in die Lehre. Anschließend stieg er in den elterlichen Betrieb in der Hohen Luft ein und ging „nie wieder weg“. 

1995 gründete er mit seinem Vater Hans-Albert, dem langjährigen Innungsobermeister, eine GbR, die sich auf Partyservice – heute Catering – spezialisierte. Bücking ist verheiratet mit Heike. Das Paar hat zwei Söhne. Hobbys hat Frank Bücking eigentlich nicht, doch er restauriert und repariert gerne: „Es geht ja ständig was kaputt ..."

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