Urkunden erhalten

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gibt es 18 neue Jungmeister

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Wirklich meisterhaft: Die frischgebackenen Jungmeister mit ihren Ernennungsurkunden und Kreishandwerksmeister Marco Diegel (rechts) beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft im Kreistagssitzungssaal.

Hersfeld-Rotenburg – Der traditionelle Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft ist alljährlich der erste Höhepunkt im öffentlichen Leben unserer Region.

Viele Politiker, Bürgermeister, Wirtschaftslenker, Lehrer und natürlich vor allem Vertreter des Handwerks geben sich dort gern ein Stelldichein. Sie bieten zugleich den würdigen Rahmen für die Ernennung der neuen Handwerksmeister, die bei dem Empfang ihre Ernennungsurkunden erhalten.

17 neuen Meistern und einer Meisterin (siehe Hintergrund) konnten Kreishandwerksmeister Marco Diegel, Hauptgeschäftsführer Hans Wilhelm Saal und der Geschäftsführer der Handwerkskammer Kassel Jürgen Hahl diesmal zur bestandenen Prüfung gratulieren.

„Bei uns im Handwerk kommt es nicht darauf an, wo jemand herkommt, sondern wo er hin will“, rief Marco Diegel den neuen Meisterkollegen zu und betonte den Stellenwert der Meisterausbildung. Traditionell nutzte der Kreishandwerksmeister seine Ansprache aber auch für einen persönlichen Jahresrückblick und Kritik an den Rahmenbedingungen. Für Diegel war es das erste Jahr als Kreishandwerksmeister, weshalb er viel Zeit für Reisen, Konferenzen und das Kennenlernen der Kollegen und Institutionen aufbringen musste.

Trotz immer neuer gesetzlicher Regeln und Vorgaben gebe es immer noch rund 75 000 Handwerksbetriebe in Hessen, die in 130 verschiedenen Berufen ausbilden, berichtete Diegel. So seien im vergangenen Jahr 10 265 Lehrverträge geschlossen worden. Das sind zwar 125 Verträge weniger als 2017, 1300 der neuen Azubis seien aber inzwischen Geflüchtete.

Gleichwohl müsse das Handwerk immer noch viel Überzeugungsarbeit bei Jugendlichen, ihren Eltern und den Schulen leisten, damit junge Leute ein Handwerk erlernen, statt zu studieren. „Wir merken doch schon jetzt, dass unseren gut ausgebildeten Bachelors und Mastern der Bezug zu den technischen und handwerklichen Fähigkeiten fehlt“, so Diegel.

Ähnlich äußerte sich auch Jürgen Hahl von der Handwerkskammer in Kassel. „Ein Meisterbrief ist eine lohnende Investition in die Zukunft“, sagte er, zumal er sich in der Regel rund drei Jahre früher rechne als ein Hochschulabschluss. Hahl beklagte aber die Ungerechtigkeit, dass Meister anders als Akademiker ihre Ausbildung allein finanzieren müssten.

Landrat Dr. Michael Koch nutzte die Gelegenheit, um neue Aufträge für die örtliche Handwerkerschaft in Aussicht zu stellen. Der Neujahrsempfang fand nämlich diesmal zum letzten Mal im Kreistagssitzungssaal statt, der schon bald zum neuen Sitz der Leitstelle des Kreises umgebaut wird. Das bedeutet viel Arbeit, auch für Handwerker. Angesichts eines „rauer werdenden politischen Klimas“ und des bevorstehenden Brexits äußerte Koch die Hoffnung, „dass es uns nicht allzu hart trifft“. Noch sei das Glas im Kreis jedenfalls „eher halb voll“.

Die neuen Meister: Michaela Gebauer aus Bad Hersfeld ist jetzt Friseurmeisterin. Jonas Schaake aus Breitenbach/H. ist Fleischermeister. Andreas Krekker aus Bebra wurde zum Tischlermeister ernannt. Martin Möller aus Alheim darf nun den Titel des Maurer- und Betonbaumeisters führen. Jan Holstein aus Bebra wurde zum Metallbaumeister ernannt. Maler- und Lakierermeister sind ab sofort Leon Bettenhausen aus Rotenburg und Patrick Gurth aus Alheim. Zu Elektronikmeistern wurden Sören Kreutzer (Schenklengsfeld), Peter Schaake (Breitenbach/H.), und Jonas Stichnoth (Rotenburg) ernannt. Florian Caselitz (Bad Hersfeld) und Tobias Sandrock (Nentershausen) erhielten die Ernennungsurkunde als Feinwerkmechanikermeister. Die größte Meistergruppe stellen diesmal die Kraftfahrzeugtechnikermeister. Die Urkunden erhielten: Christoph Heß (Neuenstein), Thomas Kupczak (Bad Hersfeld), Christoph Kurtz (Neuenstein), Mergim Mislimi (Bebra), Lars Möller (Bad Hersfeld), Mirco Rudolph (Hohenroda) und Tankred Vollmann (Kirchheim

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