Wochenendporträt

Christian Golomb leitet nun die Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg

Leitet seit Kurzem die Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg: Christian Golomb vor der Polizeistation in Bad Hersfeld.
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Leitet seit Kurzem die Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg: Christian Golomb vor der Polizeistation in Bad Hersfeld. Sein Beruf ist dem 41-Jährigen mehr oder weniger in die Wiege gelegt worden, wie man so schön sagt.

Den Wechsel von der Straße an den Schreibtisch hat Christian Golomb schon vor einigen Jahren vollzogen, eines aber hat sich nicht geändert: „Ich bin und bleibe Polizist mit Leib und Seele“, betont der 41-Jährige, der seit Kurzem die Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg leitet.

Bad Hersfeld –Zwar hätten seine Lehrer ihn wohl eher als Medizin- oder Jurastudenten gesehen und er selbst wäre auch gerne Fußballprofi geworden, doch schon in jungen Jahren habe der Polizeiberuf einen ganz besonderen Reiz gehabt. Denn Golomb ist familiär vorgeprägt, wie er selbst sagt: Auch sein Vater und der Großvater waren Polizisten, sodass Golomb früh einen realistischen Einblick in den Beruf bekam und es fast eine logische Konsequenz war, das Schülerpraktikum bei der Polizei zu absolvieren. „Und für die Fußballkarriere war die Leistung dann doch nicht ausreichend“, berichtet der neue Direktionsleiter schmunzelnd. Zudem habe er immer einen Beruf wählen wollen, von dem er annahm, „dass er auch in 40 Jahren noch Spaß macht“.

Seinen Job betrachtet der 41-Jährige als „Dienst am Menschen“ und er hält es für eine „gute Sache, sich für Recht und Gerechtigkeit einzusetzen“. Gemeinsam mit den Kollegen könne er einen kleinen Beitrag leisten, dass sich die Menschen sicherer fühlen. In die Führungsebene aufzusteigen sei dabei gar nicht von Anfang an geplant oder das Ziel gewesen, doch irgendwann müsse man eine Entscheidung für die Zukunft treffen und Golomb entschied sich für ein zweijähriges Masterstudium als Voraussetzung für den höheren Dienst bei der Polizei Hessen.

Doch auch heute stünden eine interessante Aufgabe, ein passendes Umfeld sowie ein intaktes Team noch an erster Stelle. Nur einer Beförderung wegen „irgendwohin zu wechseln“, das käme nicht in Frage. Hersfeld-Rotenburg kannte Golomb zuvor nur von Einsätzen, er hoffe aber, längerfristig hier tätig sein zu können. Dass er seine jüngste Position beim SEK in Kassel deshalb schon nach kurzer Zeit wieder aufgeben musste, sei schade („ich hätte gern länger dort gewirkt“), aber die neue Aufgabe eine Ehre.

Die nun knapp 200 neuen Kollegen hat Golomb noch nicht alle persönlich kennenlernen können, aber viele. Sein Büro befindet sich am Standort der Polizeidirektion in Bad Hersfeld. Nach seinen Hauptaufgaben gefragt, erklärt der Leiter: „Unterm Strich trage ich die Verantwortung dafür, dass die Direktion personell und materiell so aufgestellt ist, dass wir all unsere Aufgaben erledigen können.“ Wobei seine Position nach innen und außen gerichtet sei. Er ist also nicht nur für die Belange und die „Entwicklung“ des Personals verantwortlich, sondern auch Ansprechpartner etwa für die Behörden im Kreis. In die Einsatzplanung ist Golomb bei besonderen Anlässen eingebunden. Dabei kommen ihm natürlich seine praktischen Erfahrungen zugute: „Ich kenne die Arbeit an der Basis und weiß, wovon ich spreche.“

Ob Banküberfälle oder gar Entführungsfälle – viele spannende Einsätze habe er erleben dürfen, und es sei immer ein Erfolg, Straftaten im Sinne der Opfer aufzuklären oder sie gleich verhindern. zu können. Die große Bandbreite sei es auch, die den Beruf ausmache, mit schönen wie traurigen Begebenheiten. „Ich durfte viel erleben und blicke gern auf diese Zeit zurück“, sagt Golomb. Hinterhertrauern würde er dieser aber nicht. Denn: „Alles hat seine Zeit.“ Jetzt hat also die Zeit in Hersfeld-Rotenburg begonnen. Eines ist dem 41-Jährigen abschließend noch wichtig zu betonen: „Ich bin kein Solist. Polizeiarbeit ist immer Teamarbeit.“ (Nadine Maaz)

Zur Person

Christian Golomb (41) wurde in Kassel geboren und lebt mit seiner Partnerin in einem kleineren Ort am südlichen Rand Kassels. Das Paar hat zwei Kinder. In seiner Freizeit geht Golomb laufen und kümmert sich um Familie, Haus und Garten („dort ist immer was zu tun“). Seine polizeiliche Laufbahn begann Golomb nach dem Abitur an der Verwaltungsfachhochschule in Kassel, wo er 2001 das Studium für den gehobenen Polizeidienst abschloss. Nach Stationen bei der Bereitschaftspolizei sowie der Kriminalpolizei qualifizierte er sich für den Aufstieg in den höheren Polizeidienst. Das Studium an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster schloss er 2016 ab. Im Anschluss übernahm er die Leitung der Regionalen Kriminalpolizei Waldeck-Frankenberg und 2019 das Spezialeinsatzkommando Kassel. (nm)

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