Publikum feiert Intendant Joern Hinkel

HZ-Festspielmatinee macht Lust auf Theater

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Findet das Stück „Peer Gynt“ wunderbar: Anouschka Renzi im Gespräch mit Moderator Kai A. Struthoff.

Bad Hersfeld. Eine Welle von Wohlwollen schlug der Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele bei der HZ-Matinee  entgegen, bei der die neuen Produktionen vorgestellt wurden.

Beifall ist eine gute Möglichkeit, den Menschen auf der Bühne zu zeigen, was das Publikum von ihnen hält. In der Stiftsruine wird gerne und viel geklatscht, lautstark, mit trampeln, johlen und pfeifen, wenn’s gefallen hat. Intendant Joern Hinkel darf sich freuen – ihm schlug eine Welle von Wohlwollen und Zuneigung im nicht enden wollenden Klatschen der Besucher der HZ-Festspielmatinee entgegen, die sich sogar noch steigerte, als Hinkel für den Hessentag im kommenden Jahr das neue Stück über Lingg von Lingenfeld ankündigte, Theater in der ganzen Stadt und einen Hessentag „wie es ihn noch nie gegeben hat“.

Erster Stadtrat Gunter Grimm fasste die Gedanken der Zuschauer in Worte: „Es ist unglaublich beeindruckend, mit welcher Arbeitsleistung und welchem Engagement Joern Hinkel die Bad Hersfelder Festspiele übernommen hat!“ Beifall gab es auch für Grimms Appell an die Wirte der Festspielkantine, das Lokal im Sinne von Günther Heck weiterzubetreiben.

Kündigte große Dinge an: Intendant Joern Hinkel mit den beiden Moderatoren Markus Pfromm (links) und Kai A. Struthoff (rechts) und dem Ersten Stadtrat Gunter Grimm.

Auch zwischen diesen beiden Solidaritätsbekundungen für den neuen Intendanten gab es jede Menge Applaus, als die Bad Hersfelder Festspiele in der traditionellen Matinee der Hersfelder Zeitung, die von Geschäftsführer Markus Pfromm und Redaktionsleiter Kai A. Struthoff moderiert wurde, Ausschnitte aus ihren Produktionen für die bald beginnende Festspielsaison zeigten, Schauspieler vorgestellt wurden und es allerlei Hintergrundinformationen gab.

So lernten die Zuschauer den kleinen Peer Gynt kennen, eine vorlaute und mit überfliegender Fantasie ausgestattete Puppe, die von Gloria Iberl-Thieme gespielt wird und erfuhr von Anouschka Renzi, dass ihre Figur, die Anitra, eine Frau ohne Seele ist. Claude-Oliver Rudolph versuchte vergeblich, sich als Bösewicht darzustellen und Andreas Schmidt-Schaller zeigte sich begeistert von der schönen Stadt und den „unglaublich freundlichen Menschen“.

Ein klein wenig eingeschüchtert

Immer wieder gerne nach Bad Hersfeld kommt auch Robert Joseph Bartl, der mit Markus Pfromm über „Indien“ plauderte und in einer Szene aus „Shakespeare in Love“ mitspielte. Ein klein wenig eingeschüchtert wirkte dagegen Dennis Herrmann, der den Will Shakespeare spielt, von der Größe der Ruine und des Publikums.

Eine starke Frau: Leena Alam spielt die Solveig in "Peer Gynt" und berührte mit iher Geschichte und einem auf Dari gesungenen Lied.

Faszinierend war die Begegnung mit Leena Alam aus Afghanistan, die dort ein Star ist und unter Einsatz ihres Lebens für Freiheit und Menschenrechte eintritt und die ein Lied auf Dari, ihrer Landessprache sang.

Opfern gerne ihre Ferien

Neu auf der Festpielbühne ist Markus Vetter, der in „Titanic“ mitspielen wird und großes Talent erkennen ließ. Ganz neu beim Theater sind Amelie Hinkel und Alicia Hohmann. Die beiden elfjährigen Mädchen spielen Hauptrollen in der Uraufführung des Kinderstücks „Lenas Geheimnis“ und meisterten den ersten Auftritt auf der großen Bühne souverän. Dass dabei die Ferien draufgehen, macht ihnen nichts aus.

Einen filmischen Appetithappen gab es vom Hessischen Staatsorchester, das ein Klassikkonzert gestalten wird. Intendant Hinkel versprach, unter lebhaftem Beifall, daran zu arbeiten, auch wieder Opern in der Ruine zu spielen.

Nacktszene: Neue Formen des Frierens

Sehr zurückhaltend klatschte das Publikum dagegen, als Gil Mehmert und Bettina Mönch eine Nacktszene in „Hair“ ankündigten. „Es gibt immer neue Formen des Frierens“, stellte Mönch fest und gestand, dass „Cabaret“ in Bad Hersfeld eine der allerschönsten Produktionen gewesen sei, die sie je gemacht habe – trotz der kalten Nächte.

Von Christine Zacharias

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