Montagsinterview

Hotelchef Göbel: Weihnachten 2020 ist längst geplant

Sie sind über Weihnachten im Göbel’s Schlosshotel „Prinz von Hessen“ in Friedewald im Einsatz: Hotelchef Markus Göbel, Frühstückschefin Petra Grebe und Küchenchef Jens Frank (von links). Foto: Karl Schönholtz

Wenn andere die Feiertage genießen, herrscht für die Beschäftigten in Gastronomie und Hotellerie Hochbetrieb.

Im Interview mit unserer Zeitung äußert sich Markus Göbel, Chef der Göbel’s Hotelgruppe mit Häusern in Friedewald, Rotenburg, Willingen und anderen Orten, über die Herausforderungen des Weihnachtsgeschäfts.

Herr Göbel, wann haben für Sie die Vorbereitungen für Weihnachten begonnen?

Da muss man unterscheiden. In der Gastronomie direkt nach den Sommerferien Anfang September. Denn wir waren schon im Oktober für Weihnachten restlos ausgebucht und mussten wissen, wie viele Plätze wir verkaufen können und was wir zu welchen Preisen auftischen. Im Hotelleriebereich beginnt das alles noch viel früher, da haben wir bereits jetzt die Planung für 2020 fertig. Denn viele Gäste, die über Weihnachten und Silvester bei uns im Haus sind, buchen bei der Abreise gleich für das nächste Jahr. Die wollen dann auch schon wissen, wie das Programm im Hotel aussieht und welche Ausflüge wir planen. Das Grobkonzept ist also längst fertig.

Welchen Stellenwert haben die Feiertage geschäftlich?

Einen nicht unerheblichen. Wir machen über Weihnachten und Neujahr mehr als 50 Prozent des Dezember-Umsatzes.

Für einen Großteil der Beschäftigten bedeuten die Feiertage freie Tage, viele Betriebe und Einrichtungen fahren mit halber Mannschaft, manche machen gleich ganz dicht. Wie ist das bei Ihnen?

Wir fahren in dieser Zeit mit voller Besetzung. Wir versuchen natürlich, dass jeder zwischendurch auch mal einen Tag frei hat und fangen deshalb sehr früh mit der Dienstplan-Gestaltung an. Da tragen sich alle Mitarbeiter mit ihren Wünschen ein, damit sie dann auch ihr privates Weihnachten im Kreis der Familie feiern können.

Wie schwer ist es, für die Feiertagsdienste Personal zu finden? Müssen Sie mit Extras locken?

Eigentlich ist es nicht ganz so schwierig. Wer in der Gastronomie arbeitet, der liebt seinen Beruf, und dann ist es kein großes Problem, jemanden zu finden, der an den Weihnachtsfeiertagen arbeitet. Man ist das von Anfang an gewohnt, und deshalb ist das auch nichts Besonderes. Viele sind auch ganz froh, wenn sie nur einen Tag zuhause sind und an den anderen Tagen arbeiten müssen. Für kleinere Häuser mag das aber ein bisschen schwieriger sein, etwa, wenn noch Aushilfen dazugeholt werden müssen.

Wenn wir jetzt einmal auf die generelle Personalnot in der Gastronomie schauen: Hat das etwas mit Veränderungen in unserer Gesellschaft zu tun? Mit Anspruchsdenken vielleicht?

Das ist eine gute Frage. Es hat wohl mit dem demografischen Wandel zu tun. Aber auch damit, dass es bei jungen Menschen einfach nicht schick ist, in der Gastronomie zu arbeiten. Die Work-Life-Balance und die Freizeit spielen eine immer größere Rolle. Wir haben es vielleicht in der Vergangenheit versäumt, die Berufe in der Hotellerie und Gastronomie attraktiver zu gestalten. Mittlerweile verzichten wir auf Teildienste und bezahlen über Tarif. Eine Patentlösung für den Mitarbeitermangel haben aber auch wir nicht.

Suchen Sie eigentlich permanent neue Mitarbeiter?

Ja. Wir sind zwar gut aufgestellt und suchen im Moment speziell nur für die Rezeption in den Hotels jemand Neues. Durch die Größe unserer Gruppe geben wir alle Bewerbungen mit Zustimmung der Bewerber in unser Intranet, auf das dann alle Häuser zugreifen können.

Welche Jahreszeit ist für Sie beruflich die Schönste?

Der Sommer. Wenn die Gäste im Park spazieren gehen, wenn sie draußen auf der Terrasse sitzen oder auf den Balkons in der Sonne liegen. Dann haben alle gute Laune.

Wir haben bis jetzt nur über die Arbeit gesprochen. Wie feiern Sie denn privat Weihnachten?

Am Heiligabend mit der ganzen Familie. Am ersten und zweiten Feiertag arbeiten wir.

Zur Person

Markus Göbel (45), wurde in Brilon geboren und ist in Willingen aufgewachsen. Ausgebildet ist er als Koch und Hotelkaufmann. 2002 übernahm er zunächst die Leitung des Friedewalder Schlosshotels „Prinz von Hessen“ und ist heute für das operative Geschäft der gesamten Göbel’s Hotelgruppe zuständig. Markus Göbel lebt in Friedewald, er ist verheiratet und hat drei Kinder. Seine Freizeit gehört der Familie. Er fährt Fahrrad und läuft Ski.

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