Lehrreiche Stunden auf hoher See

Bad Hersfelder Hotel-Azubi ist in Kreuzfahrt-Doku „Verrückt nach Meer“ zu sehen

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Hat eine Crew-Jacke als Erinnerung an ihr Kreuzfahrt-Praktikum mitgebracht: Martha Auracher aus Bad Hersfeld war sechs Wochen lang auf der MS Artania unterwegs und ist zurzeit in der Doku-Serie „Verrückt nach Meer“ zu sehen. Die 21-Jährige absolviert eine Ausbildung zur Hotelfachfrau. 

Bad Hersfeld - Die 21-jährige Martha Auracher aus Bad Hersfeld hat ein Praktikum auf einem Kreuzfahrtschiff absolviert und ist derzeit in einer Doku des ZDF zu sehen. 

Mit dem Schiff durch die Karibik schippern: Das klingt für viele wie ein Traum. Dass die Arbeit an Bord eines Kreuzfahrtschiffes mit über 1000 Passagieren aber auch eine echte Herausforderung ist, weiß Martha Auracher aus Bad Hersfeld nun aus eigener Erfahrung.

Die 21-Jährige absolviert in Baunatal eine Ausbildung als Hotelfachfrau – im vergangenen Jahr war sie allerdings sechseinhalb Wochen Praktikantin auf der MS Artania, wo sie die Arbeit in der Schneiderei, in der Küche und an der Bar kennenlernen durfte. Begleitet wurde sie bei diesem Abenteuer von TV-Kameras: Noch bis Mitte Februar ist Auracher in der Kreuzfahrt-Doku „Verrückt nach Meer“ (ARD) zu sehen.

Auf die Idee, sich für die Teilnahme an der Produktion zu bewerben, habe sie ihre Chefin gebracht, verrät Auracher. Gemeinsam mit einer Freundin nahm die 21-Jährige kurzerhand ein Bewerbungsvideo auf und schon am nächsten Tag kam die Zusage, erinnert sie sich.

Arbeitsplatz auf dem Meer: Auch in der Schneiderei war Martha Auracher eingesetzt.

In Acapulco (Mexiko) stieg die junge Frau schließlich auf, wie es so schön heißt. Für Auracher war es das erste Mal auf einem „richtigen“ Schiff. „Zum Glück bin ich nicht seekrank geworden“, sagt sie schmunzelnd. Auf ihren ungewöhnlichen Praktikumsort vorbereitet worden war sie zuvor bei einem sechstätigen „Basic-Safety-Training“ in Rostock, wo den Teilnehmern unter anderem gezeigt wurde, wie ein Feuerlöscher bedient wird. Und sogar ins kalte Hafenbecken musste Martha Auracher springen.

In Bebra hat sie ihr Fach-Abi mit dem Schwerpunkt Gestaltung absolviert. Dass die Gastrobranche etwas für sie ist, habe sie anfangs nicht glauben wollen, doch ihr Ziehvater habe Recht behalten. „Das passt, ich fühle mich wohl“, sagt die 21-Jährige. Seit 2017 lernt sie im Best Western Hotel, im Sommer ist sie nach verkürzter Ausbilldngszeit fertig. Auch im Hotel werden alle Stationen von der Rezeption bis zur Küche durchlaufen. „Das ist sehr abwechslungsreich.“ Besonders wichtig ist Auracher der Gästekontakt.

Bis zu 1200 – meist deutsche – Gäste sind auf der MS Artania unterwegs, hinzu kommen rund 500 Besatzungsmitglieder. „Das war definitiv kein Urlaub, ich habe jeden Tag gearbeitet“, erzählt Auracher. „Man braucht starke Nerven. Aber das war es wert und ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Das war die bisher beste Erfahrung meines Lebens. Ich habe gelernt, meine freie Zeit gut einzuteilen und mit wenig Schlaf auszukommen.“ Die Kameras seien zunächst gewöhnungsbedürftig gewesen, doch die Nervosität sei schnell verflogen. „Komisch war es dann, sich das erste Mal selbst im Fernsehen zu sehen, aber das würde wohl jedem so gehen.“ Zeit, um von den Ländern auf der Route etwas zu sehen, blieb der Praktikantin kaum. Besonders beeindruckt habe sie jedoch Costa Rica, wo sie auf einer Plantage Kaffee pflücken durfte. „Das war cool!“

Das Schiff liegt in Strandnähe vor Anker.

Nach der Ausbildung würde Auracher gerne wieder nach Bad Hersfeld zurückkehren, um dort zu arbeiten. Als Hotelfachfrau ins Ausland zu gehen, wäre aber irgendwann auch eine Option. Ob London oder New York: „Die Welt steht mir offen.“

„Verrückt nach Meer“ ist noch bis zum 14. März montags bis freitags jeweils um 16.10 Uhr im Ersten zu sehen (die Folgen, in denen Martha Auracher zu sehen ist, laufen bis 21. Februar).

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