Trockenheit schmälert die Ernte

Hitze und fehlender Regen lassen Getreide im Landkreis früher reifen

Die Trockenheit der vergangenen Wochen macht sich auf den Feldern im Landkreis bemerkbar - allerdings weniger dramatisch als im Dürre-Sommer 2018. 

Die Situation sei bei weitem nicht so dramatisch wie im Dürresommer 2018, betont der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Friedhelm Diegel. „Durch die Bank weg gut ausgefallen“ seien die Erträge bei der Gerste, so der Landwirt aus dem Alheimer Ortsteil Erdpenhausen. Die Pflanzen hätten gute Startbedingungen gehabt und im Frühjahr genügend Feuchtigkeit einlagern können, ergänzt Kreislandwirt Horst Taube aus dem Bebraer Stadtteil Blankenheim. 

Beim Weizen habe die Trockenheit hingegen für eine frühere Abreife der Ähren gesorgt. Die Folge seien deutlich kleinere Körner, berichtet der Kreislandwirt. Hinzu kämen vor allem im Nordkreis Verluste durch Hagelschäden. Mit der Ernte von Weizen und Roggen sei in diesem Jahr bereits Ende Juni begonnen worden – rund zehn Tage früher als üblich. „Seit Mitte Juni fehlt es an Niederschlag“, bestätigt Philipp Pfister von der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft mit Sitz in Rotenburg. Wenn es geregnet habe, dann in Form von Unwettern mit Starkregen, Hagel und kräftigem Wind, sodass das Getreide abgeknickt sei und Rapsschoten aufgeplatzt seien. Nach einem durchschnittlichen Januar sei es im Februar und April zu trocken gewesen. Überdurchschnittlich viel habe es hingegen im Mai geregnet, verbunden mit niedrigen Temperaturen und Bodenfrost, der dem Mais zugesetzt habe, erklärt Pfister. Dennoch seien die Pflanzen bislang vergleichsweise gut gewachsen, berichtet Kreislandwirt Horst Taube, wenngleich er zur Maisernte im Herbst nicht mit Spitzenerträgen rechne. Nach der Futterknappheit im vergangenen Jahr habe sich die Situation für die Rinderhalter deutlich entspannt: „Der erste und zweite Schnitt auf den Wiesen konnten gut eingebracht werden, sodass die Versorgung der Tiere gesichert ist“, betont der Kreislandwirt. 

Nach dem trockenen Sommer im vergangenen Jahr seien die Wasserreservoirs im Boden noch nicht wieder komplett aufgefüllt, erklärt Philipp Pfister von der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW). Die jährliche Niederschlagsmenge an der AGLW-Wetterstation in Alheim-Niedergude liege durchschnittlich bei 730 Litern pro Quadratmeter, im vergangenen Jahr fielen aber nur rund 500 Liter. Seit Jahresbeginn wurden dort 360 Liter Niederschlag gemessen. jce

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa

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